Erstellt am 09. Dezember 2015, 05:28

von Eduard Riedl

Zum 100. Geburtstag. Prosa und Lyrik der 1915 geborenen Autorin Christine Lavant standen in der Anzbacher Mediathek auf dem Programm.

 |  NOEN, Riedl

Kaum ein Autor oder eine Autorin des 20. Jahrhunderts ist derart mit einem gängigen Klischee behaftet wie Christine Lavant: Die arme, kränkliche Frau, die sich in ihrer Lyrik den Körperschmerz buchstäblich vom Leib schreibt und das Schreiben wie einen Bissen Brot zum Überleben braucht.

Mit bedachtsam gewählten Texten, einer spannenden und vielschichtigen Dramaturgie und einem anrührenden Vortrag vermittelte Ilse Schneider gemeinsam mit Brigitte Ira das Leben und Werk der großen Kärntner Dichterin.

Musikeinspielungen suchten die Gefühlswelt der Dichterin auszuloten und zwei beeindruckende Filmdokumente führten die faszinierende Erscheinung der Lavant vor. Ein Moment der Stille und der Ergriffenheit folgte dem Verklingen des letzten Gedichts.

Ilse Schneider, Germanistin, Musikpädagogin, Dramaturgin und Journalistin gestaltete diesen Abend anlässlich des 100. Geburtstages der Dichterin und wurde unterstützt von Brigitte Ira, die, ebenfalls als Sängerin ausgebildet, als Kulturmanagerin tätig ist und die Original Wiener Deutschmeister-Schrammeln gegründet hat.

Der kulinarische Genuss im Anschluss, es gab Kärntner Reindling und Wein aus dem Lavanttal, war dem Sponsoring von schrittesser speck&bar in Wien und Weinbau Gartner im Lavanttal zu verdanken.