Erstellt am 10. November 2015, 05:02

von Renate Hinterndorfer

Maßnahmen gegen Biber sind geplant. Landwirte haben Probleme mit den kleinen Nagern. Äcker werden untergraben, Bäche werden aufgestaut.

An dieser Stelle wurde der Biberbau entfernt. In zwei Nächten haben die Biber einen neuen Bau errichtet. Reinhold Kail mit Karl Gfatter bei seinem Acker, der von Bibern untergraben wurde.  |  NOEN, Hinterndorfer / Collage NÖN

Die Biber sind in der Region Wienerwald aktiv. Und das bringt Probleme mit sich, vor allem für Bauern: So ist etwa eine Landwirtin vor wenigen Tagen bei der Arbeit mit dem Mähdrescher eingebrochen: Biber haben auf dem Acker unterirdische Röhren gegraben.

Wasserverbandsobmann Karl Gfatter ist derzeit mit zahlreichen Beschwerden konfrontiert: Manche Leute würden glauben, dass man durch die kürzlich beschlossene Verordnung den Bibern jetzt einfach zu Leibe rücken könne, was aber nicht der Fall ist.

„Erst heute in der Früh hat mich ein Raipoltenbacher Landwirt angerufen und gefordert, dass wir gegen den Biber etwas unternehmen“, berichtete Karl Gfatter am Freitag bei einem Lokalaugenschein: „Durch den Rückstau bei einem Biberbau ist die Drainage des Ackers gefährdet. Das Rohr ist im Wasser, es entsteht eine Staunässe am Acker. Der Bauer ist in der Bewirtschaftung gehindert. Und durch die Biberröhren besteht eben auch die Gefahr, dass man einbricht.“

"Wie kann ich wissen, dass ein Biber ein Loch bohrt?“ 

Das bestätigt auch die Asperhofener Bürgermeisterin Katharina Wolk: „Es passiert immer wieder, dass Landwirte am Feld einbrechen. Da geht es auch um die Haftungsfrage. Ich bin zuständig für die Güterwege. Wie kann ich wissen, dass ein Biber ein Loch bohrt?“ In Asperhofen wurden heuer Biberfallen aufgestellt: In zwei Röhren sollten die Nager lebend gefangen werden. Allerdings wurden die Fallen gestohlen.

Auch in Neulengbach sind Maßnahmen gegen den Biber geplant. Es wird befürchtet, dass es durch die Biberbauten im Fall von Starkregen noch schneller zu Überflutungen kommt. Im verbauten Gebiet wurden entlang der kleinen Bäche schon etliche Steinwürfe errichtet, um den Biber zu vertreiben. Karl Gfatter: „Wenn ein Feld überflutet ist, ist es auch nicht lustig, aber immer noch besser als im verbauten Gebiet.“

Warten auf Bescheid

Anfang September gab es einen Lokalaugenschein mit einem Vertreter der Naturschutzabteilung des Landes. Karl Gfatter rechnet in den nächsten Wochen mit einem Bescheid: „Wir dürfen seitens des Verbandes derzeit nur den Rückstau entfernen, mehr dürfen wir momentan nicht tun.“

Wie berichtet hat der Landtag beschlossen, dass künftig im Fall von ernsten Schäden in ganzen Regionen per Verordnung gegen Biber rascher vorgegangen werden kann. Auch eine Tötung der Tiere ist möglich.
Karl Gfatter hofft, dass man die Zahl der Biber dezimieren kann: „Wir lassen den Tieren ihre Abschnitte, wo sie sein können. Wenn sie keinen Schaden anrichten, ist es ja egal. Aber wenn es solche Dimensionen annimmt, dann muss man etwas tun.“

„Kleine Bäche sind oft von oben bis unten durchsiebt.“ Karl Gfatter über die Arbeit der Biber

Auch Reinhold Kail aus Würmla hofft auf Maßnahmen: Auch auf seinem Acker haben die Nager schon Schaden angerichtet. „Innerhalb von zwei Nächten hat der Biber einen zwei Meter hohen Damm gebaut. Dabei wurde der letzte Damm erst vor ein paar Tagen weggerissen“, staunt Kail über die Emsigkeit der Biber.   Vom Bach führen außerdem große Löcher ins Erdreich seines Ackers. Erst seit etwa fünf Jahren habe man diese massiven Probleme. Kail: „Da ist Gefahr in Verzug. Ich habe den Acker verpachtet. Was ist, wenn der Pächter zu Schaden kommt?“ Mitarbeiter vom Wasserverband werden in dieser Woche Maßnahmen zur Sicherung der Böschung vornehmen.

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