Erstellt am 06. Mai 2016, 05:44

von Beate Riedl

Materiallager: Für Katastrophe gerüstet. Feuerwehr Maria Anzbach errichtete eine neue Halle. Hochregale bieten viel Platz.

Um den Platz möglichst effizient zu nutzen, wird das Material im Katastrophenlager in Maria Anzbach in Hochregalen gelagert.  |  NOEN, zVg

2.000 Sandsäcke, 300 Wolldecken, eine Palette mit Ölbindemittel, Fässer, große Transportsäcke, Schaufeln, Schaufelstiele, Verlängerungskabel, Starkstromkabel, Holz in verschiedensten Ausführungen, Planen und Folien, Paletten, Transportboxen und vieles mehr sind schon eingeräumt, im neu errichteten Katastrophenlager der Feuerwehr Maria Anzbach. Auf rund 260 Quadratmetern Fläche werden Materialien gelagert, die im Einsatz- und Katastrophenfall benötigt werden.

„Der Plan, eine Halle zu errichten, bestand schon lange“, erinnert sich der Maria Anzbacher Feuerwehrkommandant Josef Ertl. Diese Halle sollte als Vorhaltelager für eventuelle Katastrophen entsprechend ausgerichtet, dann auch eingerichtet und befüllt werden. „Da denken wir an Hochwasser, Hangrutschungen oder den Austritt von Schadstoffen“, sagt Josef Ertl. „Wir liegen auch an der Westbahn und auch da sind Überlegungen anzustellen: Was wäre wenn?“ Auch eine Bundesstraße führe durch das Einsatzgebiet der Maria Anzbacher Feuerwehr und der Güter- und Fahrzeugverkehr birgt so manche Gefahr in sich.

Bei Einsatz an die Grenzen gestoßen

Wie viele Feuerwehren hatte auch die Maria Anzbacher Feuerwehr immer mit Platzmangel zu kämpfen. Die Fahrzeughalle, die Garage, der Dachboden und sonstige Räumlichkeiten mussten unter anderem auch als Lagerräumlichkeiten herhalten. Auch in einer privaten Scheune wird sperriges Material gelagert, doch nach deren Abriss musste die Feuerwehr auf den Bauhof ausweichen. „Die Initialzündung für die Errichtung des Katastrophenlagers war die Evakuierung des Erdgeschosses des Alten- und Pflegeheimes in Meierhöfen wegen des Hochwassers“, erinnert sich Josef Ertl. „Dieser Einsatz hat uns die eigenen Grenzen sehr deutlich aufgezeigt. Nicht nur, dass wir auf die Hilfe von neun weiteren Feuerwehren mit rund 150 Mann angewiesen waren, sondern wir kamen auch an die vorhandenen Materialgrenzen.“ Daraufhin wurde mit der Planung und dem Bau des Lagers neben dem Feuerwehrhaus begonnen.

„Die Initialzündung für die Errichtung des Katastrophenlagers war die Evakuierung des Erdgeschosses des Pflegeheimes wegen Hochwassers.“ Josef Ertl, Kommandant Feuerwehr Maria Anzbach

Derzeit ist die Mannschaft mit dem Einräumen des Lagers beschäftigt, auch ein Stapler wurde eigens dafür angekauft, einige Florianis machten dafür den Staplerführerschein. „Wir versuchen in erster Linie gebrauchtes oder geschenktes Material zu bekommen. So fehlt uns noch Pölzmaterial in jeglicher Art, Stärke und Länge. Da wären wir über jede Unterstützung dankbar“, sagt Josef Ertl. Auch einige Meter an Hochregalen fehlen der Feuerwehr noch. Offiziell eröffnet wird das Katastrophenlager am Sonntag, 18. September. Neben einem Gottesdienst wird es auch ein umfangreiches Programm und Führungen durch das neue Lager geben.