Erstellt am 03. Mai 2016, 05:34

von Beate Riedl

Nach Eklat: "Ja" zu Subvention. Förderung für Lang-Ausstellung wurde im zweiten Anlauf mehrheitlich beschlossen.

 |  NOEN, Wikimedia Commons Philipp

"Die Ausstellung von Max Lang ist am Puls der Zeit und bringt auch einen Mehrwert für Neulengbach", ist sich Kulturstadtrat Ferdinand Klimka (ÖVP) sicher. Mehrheitlich wurde dafür nun in einem neuen Anlauf die Förderung von 17.000 Euro und 3.000 Euro Bauhofleistungen beschlossen, nachdem der Tagesordnungspunkt in der Gemeinderatssitzung den Auszug der Opposition zur Folge hatte.

Wie berichtet findet von 20. Mai bis 30. Oktober eine Ausstellung über Max Lang statt, die die Kulturvereinigung in Kooperation mit dem Landesmuseum, der Leaderregion Elsbeere Wienerwald und dem Wienerwald Tourismus im Museum Region Neulengbach plant.

Sachliche Diskussion um Ausstellungsförderung

SPÖ und Grüne zogen – die FPÖ hatte bereits zu Beginn der Sitzung den Saal verlassen – aus Protest aus. Nun wurde die Gemeinderatssitzung fortgesetzt: Mit dem strittigen Tagesordnungspunkt und weiteren Punkten, die durch den Auszug nicht mehr abgehandelt werden konnten. „Das Thema wurde sehr sachlich diskutiert und schließlich mehrheitlich mit den Stimmen der ÖVP und der FPÖ beschlossen. SPÖ, Grüne und NEOS stimmten dagegen. Wir müssen uns als Stadt, was die Kultur betrifft, positionieren“, versteht Bürgermeister Franz Wohlmuth (ÖVP) die Aufregung nicht. „Wir als Gemeinde haben Verpflichtungen, dazu gehört auch das Kulturleben.“

Kritik kommt vor allem von der SPÖ: „Das ist Geldverschwendung hoch fünf. Ich verstehe nicht, warum die Gemeinden der WIR nicht ins Boot geholt wurden, dabei hätten wir zusätzlich Geld lukrieren können“, sagt Josef Fischer (SPÖ). Grundsätzlich findet er es gut, dass in Neulengbach etwas passiert, auch die Kultur leistet dafür einen wichtigen Beitrag. „Es soll das Beste für die Stadt rausgeholt werden, aber so viel Geld für etwas auszugeben, was so wenige Einnahmen bringt, das sehe ich nicht ein.“

Klimka: „Über Kunst kann man streiten“

Dem kontert Bürgermeister Franz Wohlmuth: „Wenn in Asperhofen die Warte gestrichen wird, müssen wir auch nicht mitzahlen. Das ist lächerlich. Wenn ich etwas für meine Bürger machen möchte, kann ich nicht zu einer anderen Gemeinde gehen.“ Gegen die Förderung stimmten auch Grüne und NEOS. „Wir sind nicht gegen Kulturprojekte, aber das ist eindeutig zu teuer. Uns fehlt außerdem die Einbeziehung der Bürger“, sagt etwa Michael Schmitz (NEOS). Auch Barbara Löffler (Grüne) kritisiert die hohe Summe: „Ich bin für Kulturprojekte, aber das ist viel zu teuer, vor allem für einen Künstler, der tot und unbekannt ist.“

Kulturstadtrat Ferdinand Klimka hebt dabei den Mehrwert für die Gemeinde hervor: „Über Kunst kann man bekanntlich streiten. Derzeit werden aber auch bei Ausstellungen in Wien und Hamburg ähnliche Bilder gezeigt.“ Und mit der Bewerbung der Ausstellung werde natürlich auch Neulengbach beworben.