Erstellt am 03. Juni 2016, 05:05

von Daniel Lohninger

Neuer Fahrplan bringt sattes Fahrgastplus. Seit der Wiener Hauptbahnhof in Vollbetrieb ging, nahm auf der Strecke St. Pölten-Wien die Frequenz deutlich zu.

"7,9 Prozent mehr Fahrgäste in Niederösterreich, 19 Prozent mehr ab St. Pölten" - darüber freuen sich ÖBB-Regionalmanager Michael Elsner und Verkehrslandesrat Karl Wilfing.  |  NOEN, ÖBB/Seif

Der neue Taktfahrplan sowie die Voll-Inbetriebnahme des Wiener Hauptbahnhofes brachte ein kräftiges Fahrgast-Plus, vor allem ab St. Pölten. Das belegt die Quartalsbilanz der ÖBB. Gleich um 19 Prozent stieg die Zahl der Personen-Kilometer zwischen St. Pölten und Wien von Anfang Jänner bis Ende März, präzisiert ÖBB-Sprecher Christopher Seif.

Gründe für das satte Fahrgast-Plus gibt es laut ÖBB mehrere: Der St. Pöltner Hauptbahnhof profitierte von seiner Aufwertung zum Taktknotenpunkt, die schnelleren REX bis zum Westbahnhof bringen weitere Frequenz und die Direktanbindung an den Flughafen – zwei Zugpaare pro Stunde ab/bis St. Pölten – erfreut sich zunehmender Beliebtheit.

"Zug ist günstiger und bequemer"

Genutzt wird dieses Angebot zunehmend auch von Flug-Gästen aus dem St. Pöltner Umland, aber auch aus Krems und dem Waldviertel: „Sie stellen den Pkw in der Park & Ride-Anlage in St. Pölten ab und fahren mit dem Zug zum Flughafen. Das ist günstiger und bequemer“, so Seif.

Mehr Frequenz auf der Strecke bringen auch die Einbindung der S 4 und S 40 über den Bahnhof Tullnerfeld sowie die neuen Optionen auf der Nord-Süd-Achse, die sich durch den Hauptbahnhof ergeben. Profitiert habe der Streckenabschnitt auch davon, so Seif, dass der Nahverkehr auf der inneren Westbahnstrecke über den Fernverkehrsknoten St. Pölten an die internationalen Verbindungen angebunden sei.

Pendler stiegen von IC auf REX 200 um

Der Abschnitt St. Pölten-Wien zähle zu den Bahnstrecken, die durch die Fahrplan-Umstellung das größte Plus in ganz Österreich erzielen konnten, unterstreicht Seif. Die anfänglichen Irritationen bei Pendlern, die den Westbahnhof ansteuern, hätten sich mittlerweile gelegt.

Bemerkbar sei allerdings, dass frühere IC-Nutzer zu den REX 200-Verbindungen abgewandert seien und damit nicht zum Zielbahnhof Meidling oder dem Hauptbahnhof „übersiedelt“ seien. 22 dieser schnellen Regional-Verbindungen gibt es seit Dezember zwischen St. Pölten und Wien.

Das Plus schlägt sich auch in der Gesamtbilanz der Wiener Bahnhöfe entlang der Strecke Wien-St. Pölten nieder. Insgesamt stieg auf Hauptbahnhof, Westbahnhof und Bahnhof Meidling die Zahl der Fahrgäste in Nah- und Fernverkehr im Vergleich zum Vorjahr um rund 5,3 Prozent.