Erstellt am 07. September 2015, 15:32

von Renate Hinterndorfer

FPÖ: Heftige Kritik wegen Asylplänen. Die Pläne, beim Roten Kreuz Container für Flüchtlinge aufzustellen bringen die Freiheitlichen auf die Barrikaden.

Für Peter Matzel ist Beate Raabe-Schasching rücktrittsreif. Foto: Berger  |  NOEN, Berger

Scharfe Kritik im Zusammenhang mit einer geplanten Flüchtlingsunterkunft in Neulengbach kommt von der FPÖ. Wie berichtet, plant das Rote Kreuz gemeinsam mit der Stadtgemeinde die Schaffung von Wohnraum für acht Asylwerber. Wenn sich keine Wohnungen finden lassen, könnten vorübergehend Container in der Nähe der Rot-Kreuz-Bezirksstelle in Haag errichtet werden. Ein betroffener Anrainer ist FP-Gemeinderat Florian Lang.

Auf der Facebook-Seite der Neulengbacher Freiheitlichen hagelt es Kritik: Franz Wohlmuth, der im Wahlkampf mit dem Slogan „Ein Bürgermeister für alle“ geworben hat, sei ein Bürgermeister für „alle Kulturbereicherer“, nur nicht für die Haager Bevölkerung. Die Entscheidung ein Containerdorf mitten im zentralen Wohngebiet von Neulengbach, sprich in Haag zu errichten, zeige „die sprichwörtliche Anti-Verbundenheit des Bürgermeisters zu der Haager Bevölkerung“.

Franz Wohlmuth weise nur auf die Lage der Flüchtlinge hin, verliere aber kein Wort über die betroffenen Anrainer. Die Bürger würden vor vollendete Tatsachen gestellt, Vertreter des Roten Kreuzes oder der Stadtgemeinde hätten im Vorfeld nicht das Gespräch mit Anrainern gesucht.

Wohlmuth: „Das ist Dummheit“

Bürgermeister Franz Wohlmuth erklärte gegenüber der NÖN: „So viel Dummheit möchte ich gar nicht kommentieren.“ Es sei Schwachsinn, so eine Hetze zu veranstalten: „Es geht um Menschen und um Solidarität gegenüber anderen Gemeinden, die auch Flüchtlinge aufgenommen haben. Es wäre ein Zeichen von Charakterlosigkeit, wenn man sich da ausnehmen will. Man hat auch eine moralische Verpflichtung.“

FP-Chef Peter Matzel betont, dass die FPÖ nicht insgesamt gegen Flüchtlinge sei: „Wenn Menschen flüchten und Schutz suchen, muss man ihnen helfen, aber das ist ein europäisches, ein globales Thema. Österreich, Deutschland und Schweden werden das Problem nicht lösen können. Die reichen arabischen Länder nehmen niemanden auf, das ist ein Ungleichgewicht.“

Matzel: „Freiheitliche haben auch ein Herz“

Die Freiheitlichen seien keine Hetzer: „Wir sind auch Familienmenschen und haben ein Herz. Aber man muss den Tatsachen ins Auge schauen.“ Man könne nicht sicher sein, ob tatsächlich Kriegsflüchtlinge kommen, so Peter Matzel. Und wenn einmal die ersten Container stehen, sei zu befürchten, dass wesentlich mehr Asylwerber aufgenommen werden müssten.