Neulengbach

Erstellt am 12. Juli 2016, 05:44

von Renate Hinterndorfer

Pläne für Belebung: Interesse an Burg enorm. Ideenwettbewerb läuft gut. 60 Gruppen sind schon angemeldet.

Zahlreiche Interessenten waren auch diesmal bei der Führung durch die Neulengbacher Burg dabei. privat  |  NOEN

„Wir sind sehr überrascht über das große Interesse an unserem Wettbewerb“, sagt Matthias Zawichowski, der Sprecher des Personenkomitees „Burg 2025“. Wie berichtet soll die Neulengbacher Burg wieder belebt werden, zur Ideenfindung wurde ein internationaler Wettbewerb ausgerufen.

Großes Interesse an Wettbewerb

Das Interesse ist laut Zawichowski sowohl bei einheimischen Interessenten als auch bei professionellen Büros ausgesprochen positiv: „Es sind schon 60 Gruppen für den Wettbewerb angemeldet. Wir stellen fest, dass mittlerweile sehr viele Protagonisten der Kunst- und Kulturszene sowie Freelancer aus der Kreativwirtschaft aus der gesamten Region sehr viel Interesse zeigen. Wir freuen uns derzeit auf deren Einreichungen.“

Ende Juni gab es für Interessenten die zweite Möglichkeit zur Burgbesichtigung. Die promovierte Historikerin Hedy Fohringer führte etwa 50 Wettbewerbsteilnehmer und etwa zehn interessierte Gäste durch die gesamte Liegenschaft. Dabei erläuterte sie die Funktion und das Werden des Bauwerks im jeweiligen historischen Zusammenhang und wies auch auf die gegenseitigen Wirkungszusammenhänge mit dem Neulengbacher Markt hin.

Die weitläufige Anlage wurde besichtigt. Dietl  |  NOEN

Besichtigt wurde der Pferdestall im ersten Stock des Torbereiches, wo durch das neue Dach und die erneuerte Holzdecke das Bestreben des Burgherrn, dieses Kleinod zu bewahren, besonders deutlich wird. Auch Bergfried, Pallas (Wohnhaus), Innenhof und Rittersaal, Kasematten und schließlich das „Schlössl“, ein Anbau an die äußere Verteidigungsanlage aus dem 18. Jahrhundert wurden besichtigt. Aus dem festen Platz der Lengenbacher, die im 12. Jahrhundert aus Altlengbach kommend in Neulengbach Fuß fassten, wurde allmählich eine Wehranlage mit einer Ringmauer von 540 Metern Länge, die durch acht Rundtürme verstärkt ist und nach der zweiten Türkenbelagerung ein Schloss, das Burgbesitzer Bruno Wakonig teilweise als Wohnsitz nützt.

Führungen kommen sehr gut an

Die Reaktionen auf die Burgführungen mit Hedy Fohringer seien sehr positiv, freut sich Matthias Zawichowski. Die Teilnehmer würden über die Vielfalt an Gebäuden und Möglichkeiten immer staunen.

Beim Personenkomitee laufen indes die Vorbereitungsarbeiten für die kommenden Monate weiter. Und es steigt die Spannung. „Sowohl die Jury als auch das gesamte Prozedere mit Ausstellung und Publikumsvoting haben konkrete Formen angenommen. Dem gesamten involvierten Burgkomitee wird immer klarer, welche Geschichte in den nächsten Jahren wohl geschrieben wird“, sagt Sprecher Zawichowski. Inhaltliches lässt er sich freilich nicht entlocken: „Hier soll vollkommende Freiheit der Wettbewerbsteilnehmerinnen und Teilnehmer gegeben sein.“