Erstellt am 22. Mai 2016, 05:44

von Beate Steiner

Pathologin für „Soko Kitz“. Die St. Pöltner Schauspielerin Veronika Polly wird Gerichtsmedizinerin in der ORF-Krimi-Reihe.

Veronika Polly mag die Kaffeehäuser in St. Pölten. Hier macht sie eine süße Pause im »We love cakes«.  |  NOEN, Beate Steiner
Für viele ist das ein Fernseh-Pflichttermin, wenn am Bildschirm die „Soko“-Kitzbühel ermittelt. Jetzt ist dort wieder was passiert, auch hinter den Kulissen: Eine neue Gerichtsmedizinerin taucht in den nächsten Folgen auf, eine „Ärztin“ aus der niederösterreichischen Landeshauptstadt hilft mit, die Fälle im Tiroler Promi-Ort zu lösen. Veronika Polly, St. Pöltner Schauspielerin und bekannt vor allem aus dem Fernsehen aber auch vom Theater, hat die Rolle der Ärztin ab der 16. Staffel übernommen. Nächste Woche schon geht es mit den Dreharbeiten los. Gesendet wird im nächsten Jahr.

Vorbereitet hat sich die 42-jährige Mutter einer Tochter natürlich intensiv auf die Rolle der Ärztin. Sie hat medizinische Fachausdrücke gebüffelt, obwohl ihr da schon einiges vertraut ist: „Ich war im Film schon zwei Mal eine Krankenschwester, jetzt bin ich Ärztin – man arbeitet sich rauf, auch in diesem Job.“ Allerdings ist Veronika Polly die Medizinersprache auch im wirklichen Leben vertraut. Sie hat nach der HLW in St. Pölten einige Zeit im Krankenhaus gearbeitet, jahrelang Arztbriefe und Berichte geschrieben. Dann aber hat sie sich ihren Traum erfüllt.

Veronika Polly wollte schon als Kind Schauspielerin werden, als Teenager hat sie sich dann nichts sehnlicher gewünscht, als mit Elfriede Ott auf der Bühne zu stehen. Und die fröhliche Rothaarige hat sich ihre Träume erfüllt: Das Diplom an der Schauspielschule in Wien schaffte sie mit Auszeichnung, anschließend hat sie mit ihrem Idol Elfriede Ott in Maria Enzersdorf gespielt. Es folgten Engagements in Bregenz, am St. Pöltner Stadttheater, bei den Telfser Volksschauspielen, wo sie Ruth Drexel kennenlernte: „Eine imponierende Frau.“

Theater und Film sind verschiedene Schuh‘

Zwischen ihren Engagements auf den verschiedenen Bühnen ist Veronika Polly immer wieder für Filme und Fernsehserien eingesetzt. So ist sie Ende Juli in „Verstehen Sie Spaß“ als Lockvogel zu sehen, flimmerte erst vergangene Woche auf Arte in „Seit du da bist“ über den Bildschirm und war als Angelika Windbüchler „Mitten drin im 8ten“ in ORF 1: „Das war eine totale Gaudi“, schwärmt die Schauspielerin noch heute von den Dreharbeiten in Wien vor zehn Jahren.

Was ihr mehr Spaß macht, Theater spielen, oder Filme drehen, mag sie nicht sagen: „Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Auf der Theaterbühne spürst du natürlich sofort das Publikum. Aber beides ist schön. Am liebsten hab ich es, wenn die Leute lachen.“

Veronika Polly selbst lacht auch gern, ist ein fröhlicher Mensch, der gerne Kaffeehäuser besucht, mit Freundinnen zusammen etwas unternimmt, rund um die Seen walkt, oder mit Tochter Rosa gemeinsam Ausflüge macht: „Wir erforschen mit der NÖ Card Niederösterreich. Ich steig in kein Flugzeug.“

„Ich lebe gern hier in St. Pölten“

Veronika Polly ist waschechte St. Pöltnerin, wohnt gerne in Niederösterreich: „Ich hab da alles in der Nähe, meine Freunde, die Familie, die Schule. Und ob ich von Wien oder St. Pölten nach Kitzbühel drehen fahr, ist ganz egal.“ Auch Veronika Pollys Agentin Agnes Rehling werkt von Niederösterreich aus: „Sie hat großen Anteil an meinem Erfolg, ist wesentlicher Bestandteil meines Netzwerks.“

Dieses reicht seit Kurzem sogar bis in den St. Pöltner Gemeinderat. Veronika Pollys Neffe, der Sohn ihrer Schwester, ist Florian Krumböck – der Jung-Politiker ist vor wenigen Tagen als VP-Gemeinderat ins Rathaus eingezogen.