Erstellt am 28. Oktober 2015, 05:32

Platz für 90 Flüchtlinge in Neulengbach. Ab Dezember sollen geflüchtete Menschen in Custozza-Kaserne einziehen. Spenden von Winterkleidung und Spielsachen für Kinder sind willkommen.

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Die Diakonie hat einen Teil der ehemaligen Custozza-Kaserne angemietet. 90 Flüchtlinge sollen untergebracht werden. Bei einem Info-Abend vergangene Woche im Neulengbacher Rathaus informierte Stefan Schadenhofer vom Diakonie-Flüchtlingsdienst über den aktuellen Stand der Dinge: „Ab Dezember soll schrittweise mit der Belegung begonnen werden, rund 90 Personen werden erwartet, davon sind 30 Plätze für Asylsuchende mit erhöhtem Betreuungsbedarf aufgrund von Krankheit oder Kriegsverletzung vorgesehen. Am Info-Abend zum Thema Flüchtlingsunterbringung nahmen 80 Interessierte teil.

Stadträtin Maria Rigler (VP) betont: „Uns ist wichtig die Bevölkerung einzubinden, eventuelle Ängste zu nehmen und das Sicherheitsbedürfnis anzusprechen. Wir planen regelmäßige Vernetzungstreffen, die durch Hilfsangebote, Patenschaften für Bewohner und Bewohnerinnen sowie gemeinsame Veranstaltungen gestaltet werden.“

Betreuung rund um die Uhr

Wie Stefan Schadenhofer berichtete, wird es rund um die Uhr eine Betreuung geben. Auch in der Nacht werden Ansprechpersonen vor Ort sein. „Das trägt zur Sicherheit bei“, so Schadenhofer. Für den Betrieb des Flüchtlingsdienstes sucht die Diakonie noch geeignetes Personal.

Bei der Veranstaltung wurden neue Ideen genannt, wie die Bevölkerung das Vorhaben unterstützen und begleiten kann. So können etwa Sachspenden in der Pfarre Neulengbach jeden Mittwoch von 17 bis 19 Uhr abgegeben werden. Gefragt sind Winterbekleidung und Spielsachen für Kinder. Für Geldspenden richtete die Stadtgemeinde ein Konto ein.

Rascher Austausch durch Online-Plattform

Die Hilfsangebote der Bevölkerung werden von der Gemeinde gesammelt und an jene weitervermittelt, die Bedarf anmelden. Eine Online-Plattform soll den raschen Austausch kurzfristig notwendiger Hilfsangebote ermöglichen.

„Die vielen Ideen zeigen, wie groß die Bereitschaft der Bevölkerung ist, in dieser Ausnahmesituation tatkräftig zu unterstützen. Dafür ein großer Dank an alle“, so Bürgermeister Franz Wohlmuth.

Peter Anerinhof, Land NÖ, sowie der Integrationsbeauftragte Murat Düzel berichteten über den aktuellen Unterbringungsstand in Niederösterreich, über die Grundversorgungszahlen und Versorgungsformen in organisierten und privaten Unterbringungen. Die Frage, welche Geldleistungen Asylsuchende bzw. Quartierbetreibende tatsächlich erhalten, sollte keine wilden Spekulationen verursachen.