Erstellt am 09. Juni 2016, 07:05

von Birgit Kindler

Polit-Schlagabtausch wegen Volkshilfe. Laut VP wurde bei Abrechnungen jahrelang nicht genau hingeschaut. SP-Luftensteiner sieht Vorwurf "aus der Luft gegriffen".

 |  NOEN, NÖ Volkshilfe

Eigentlich herrschte Einigkeit zwischen VP und SP, was das Thema Volkshilfe betrifft. Die beiden Vizebürgermeister von VP und SP, Daniel Kosak und Wolfgang Luftensteiner setzten sich beide für eine Vertragsauflösung mit der Volkshilfe ein. Hauptgrund für die Beendigung der Zusammenarbeit waren die zu hohen Defizite, die die Volkshilfe der Gemeinde in Rechnung stellte.

„Wir müssen hier jetzt die Scherben zusammenkehren"

Nun scheint die traute Einigkeit aber verflogen zu sein. „Wir müssen hier jetzt die Scherben zusammenkehren, wo jahrelang niemand genau hingeschaut hat“, kritisiert VP-Vizebürgermeister Daniel Kosak Richtung SP. Die angelaufenen Defizite aus 2013 und 2014 seien ein Desaster gewesen. An diesen Altlasten habe man ein halbes Jahr gearbeitet. „Auch die Abrechnung für 2015 hätte ein Defizit von 70.000 Euro ausgewiesen, wenn man nicht monatelang mit der Volkshilfe gestritten hätte. „Außerdem wurden Förderungen des AMS nicht weitergegeben, man hat versucht, uns Abfertigungszahlungen umzuhängen, den Eltern und der Gemeinde Beiträge doppelt verrechnet und vieles mehr“, bemängelt Kosak.

Unverständlich ist die Kritik der VP für SP-Vizebürgermeister Wolfgang Luftensteiner, der zu dieser Zeit Bürgermeister und Obmann der Volkshilfe Wienerwald war. „Diese Vorwürfe sind aus der Luft gegriffen, ich habe mir die Abrechnungen jedes Jahr genau angeschaut“, sagt Luftensteiner. Aber es sei eben nicht einfach, vorauszusehen, wie viele Kinder eine Betreuung in Anspruch nehmen werden – daher sei es auch nicht möglich gewesen, zu sagen, wie hoch das Defizit sei. Außerdem habe man jetzt auch eine Gutschrift für die AMS-Förderungen bekommen. Was Luftensteiner auch noch zu bedenken gibt: „Das Land und die Eltern haben für die Betreuung wesentlich mehr bezahlt, als die Gemeinde.“

Infoabend über Lage

Unabhängig vom politischen Schlagabtausch hat Kosak kürzlich einen Infoabend für die Eltern der Krabbelstuben-Kinder einberufen und über die Lage zum Thema Volkshilfe und Verein Kinderbetreuung Laabental informiert. So wird es künftig keinen „Windelbeitrag“ mehr geben. Die Eltern werden sich selbst um eine ausreichende Ausstattung der Windeln für die Kinder kümmern, bisher hat das die Volkshilfe gemacht. Außerdem informierte Kosak: „Der sogenannte Beschäftigungsbeitrag wird in die Grundkosten integriert.“ Der Preis würde insgesamt nicht steigen.

Längere Öffnungszeiten werden überlegt

Nachdenken will man auch über eine Ausweitung der Öffnungszeiten ab Herbst um eine Stunde – auf 17 Uhr. „Wir rechnen uns das durch. Für viele berufstätige Eltern ist es nämlich schwierig, schon um 16 Uhr bei uns heraußen zu sein“, meint Kosak.

Ab 1. Juli wird der Verein Kinderbetreuung Laabental auch die schulischen Nachmittagsbetreuungen in der Volksschule Altlengbach und der Mittelschule Laabental übernehmen. „Wir alle haben großes Interesse an einer qualitativ guten und für die Eltern leistbaren Kinderbetreuung“, betont Kosak. Mit 305 Euro pro Kind im Monat in der Vollbetreuung würde man auch deutlich unter den Tarifen anderer Gemeinden der Region liegen.