Neulengbach

Erstellt am 27. Juli 2016, 17:04

von Beate Riedl und Alex Erber

Umtriebige Trickdiebe aus dem Verkehr gezogen. Zehnköpfige Rumänen-Bande war in ganz Österreich „aktiv“, unter anderem in Neulengbach. Zwei Täterinnen sind in Haft.

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Beamte der Polizeiinspektion Lunz am See (Bezirk Scheibbs) haben eine Bande von Trickbetrügern aus dem Verkehr gezogen. Zehn Rumänen im Alter von 25 bis 48 Jahren, davon fünf Frauen und fünf Männer, waren im gesamten Bundesgebiet aktiv – auch im Bezirk St. Pölten in Neulengbach, Prinzersdorf, Markersdorf-Haindorf, Spratzern und Wilhelmsburg.

Ihr „Einzugsgebiet“ reichte vom Bezirk Feldkirch bis in den Bezirk Neusiedl/See. Aufgeklärt sind 43 Diebstahlshandlungen, wobei es bei zwölf beim Versuch blieb.

Die bisherige Schadenssumme beläuft sich auf mehr als 6.000 Euro. In Neulengbach schlugen die vier Täter am 21. März in einer Bäckerei zu und erbeuteten durch ihre Betrugsmasche 130 Euro.

Verkäufer um die Finger gewickelt

„Die Tathandlungen wurden in kleineren und meistens nur mit einer Person besetzten Geschäften, wie zum Beispiel Friseursalons und Trafiken, in unterschiedlicher personeller Zusammensetzung zumeist arbeitsteilig durchgeführt“, berichtet ein Kriminalist.

Dabei kaufte vorerst ein Täter Waren geringen Wertes, die mit einem 100-Euro oder 200-Euro-Schein bezahlt wurden. Nach dem Erhalt des Retourgeldes ist die gekaufte Ware als zu teuer reklamiert und der Kauf rückgängig gemacht worden. Während der Rückabwicklung lenkte ein zweiter Täter den Kassier ab. Dadurch gelang es den Männern in vielen Fällen, einen Teil des erhaltenen Retourgeldes zu stehlen.

Bei einigen Tathandlungen wurde das Personal auch von der Kassa weggelockt. Ein zweiter Täter griff in der Zwischenzeit in die Kasse. Zwei mutmaßliche Täterinnen (30 und 39), wurden verhaftet. Ein Bandenmitglied ist flüchtig, sieben weitere Mitglieder sind auf freiem Fuß angezeigt worden. Ein Teil der Gruppe ist in zahlreichen europäischen Staaten bereits einschlägig in Erscheinung getreten.