Erstellt am 04. April 2017, 04:40

von Christine Hell

Buchsbaumzünsler: Was hilft?. Mehrere Mittel gegen den Fraß-Schädling werden im Handel angeboten. Der Neulengbacher Gärtner Michael Kraic setzt auf biologische Behandlung.

Seit Jahren macht der Zünsler dem Buchsbaum den Garaus, der Schädling wurde ursprünglich aus Asien eingeschleppt.  |  NOEN, Hell

„Ich rate meinen Kunden, keinen Buchsbaum mehr zu kaufen und zu setzen“, sagt Michael Kraic. Der Neulengbacher Gärtnermeister empfiehlt, auf die Pflanze „Ilex Crenata“ umzusteigen, die dem Buchsbaum sehr ähnlich ist und dem Buchsbaumzünsler nicht schmeckt. „Diese Stöckerl sind aber teurer als der Buchsbaum“, merkt Michael Kraic an.

Urgesteinsmehl hat sich bestens bewährt

Wer seinen Buchsbaum retten möchte, solle unbedingt biologisch gegen den Schädling vorgehen, rät der Gärtnermeister. Er selber habe bereits beste Erfahrung mit dem Urgesteinsmehl: Dabei gilt es, den Buchsbaumstock durch und durch zu bewässern, bis er tropfnass ist, dann wird das giftfreie Pulver üppig über die ganze Pflanze und inmitten des Stockes verteilt. „Das nimmt der Raupe die Lebenskraft“, berichtet Kraic. Etwa zehn Tage nach der Behandlung mit dem natürlichen Pulver ist es wichtig, den Buchsbaumstock mit einem scharfen Wasserstrahl von diesem zu befreien. „Im Boden wirkt das Urgesteinsmehl als hervorragender Dünger für die Pflanze“, sieht Michael Kraic gleich einen zweiten Vorteil dieser Schädlings-Bekämpfungsmethode, die mehrmals im Jahr wiederholt werden sollte.

Das Problem beim Zünsler ist, dass er mehrere Populationen im Jahr hervorbringt und nach einer erfolgreichen Behandlung wieder auftritt“ Gartenplanerin Christa Lechner, Neulengbach

Auf die biologische Bekämpfung des Buchsbaumschädlings setzt auch Elisabeth Preyer von der Gartenabteilung des Lagerhauses Neulengbach: „Wir bieten zwei Mittel an: „XenTari wirkt auf den Darmtrakt der Raupe, diese macht sie appetitlos, es erfolgt keine Weiterentwicklung zum Schmetterling, somit ist die Population eingestellt. Das zweite biologische Mittel wirkt durch das Öl des Neembaumes und sollte mehrmals im Jahr angewendet werden.“

Auf giftfreie Verteidigung setzt auch Christa Lechner. Die Neulengbacher Gartenplanerin schlägt vor, die ersten weißen Gespinste in den Buchsbäumen gleich kräftig mit Wasser abzuspritzen. Bei Sichtung der Raupen setzt auch Lechner auf das Bacillus thuringiensis Präparat (XenTari), das wiederholt auf den tropfnassen Buchsbaum aufgebracht werden soll. „Das Problem beim Buchsbaumzünsler ist, dass er mehrere Populationen pro Jahr hervorbringt. Wenn man ihn also im Frühjahr bekämpft hat, kann er im Sommer locker wieder da sein“, so Lechner.

Der Buchsbaumzünsler ist ein Schmetterling, der aus Asien eingeschleppt wurde, die Raupen sind besonders gefräßig und verursachen Fraßschäden an Blättern und Rinde. Ständige Befallskontrolle sei deshalb sehr wichtig, empfiehlt Christa Lechner, die auch noch einen guten Tipp parat hat: „Nach einem Schädlingsbefall ist es wichtig, die Pflanzen etwas zu düngen, um ihnen wieder neue Kraft zu geben.“

Auch biologische Mittel töten Nützlinge

Probleme mit den Präparaten hat Christine Simek, Obfrau des Imkervereins Maria Anzbach: Sie hat extra ein als biologisch angepriesenes Mittel gekauft, aber: „Ich habe festgestellt, dass am Packungsaufdruck darauf aufmerksam gemacht wird, dass das Mittel nicht nur gegen den Zünsler wirkt, sondern auch von allen anderen Schmetterlingsraupen und Hautflüglern wie Bienen, Hummeln und Marienkäfern aufgenommen wird, die daran zugrunde gehen.“ Dass sie darüber beim Kauf nicht richtig informiert wurde, ärgert die Maria Anzbacherin besonders.

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