Erstellt am 29. Juni 2016, 05:22

von Beate Riedl

Borkenkäfer: „Lage Schwierig, aber kein Drama“. Wetter im Vorjahr war günstig für die Borkenkäfer. Jetzt heißt es: Bei Befall rasch handeln.

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Sie lieben heißes und trockenes Wetter, Feuchtigkeit und Temperaturen unter 17 Grad bremsen sie aber in ihrer Entwicklung: die Borkenkäfer.

„Der Sommer im Vorjahr und der trockene, nicht kalte Winter waren günstig für die Tiere. Der Frühling machte es aber spannend“, weiß Heinz Piglmann von der Forstinspektion der Bezirkshauptmannschaft St. Pölten. Die Situation sei schwierig, aber nicht so dramatisch wie befürchtet.

Wetterlage war günstig für den Borkenkäfer

Anton Hieger, Obmann der Bezirksbauernkammer St. Pölten prognostiziert: „Die Bäume sind geschwächt und dadurch anfälliger. Der Borkenkäfer bohrt sich zwischen Rinde und Holz, um dort dann am Ende von langen Gängen Eier zu legen.“

Betroffen vom Borkenkäfer sind Nadelbäume, allen voran die Fichten, aber auch Lärchen oder Tannen. Im Bezirk St. Pölten liegt der Schwerpunkt im Dunkelsteinerwald, in der Region Wienerwald gibt es laut Piglmann deutlich weniger Nadelbäume, wie auch Alexexandra Herczeg vom Biosphärenpark Wienerwald bestätigt: „Hier kommen hauptsächlich Buchen vor, im westlichen Wienerwald kommen auch Nadelhölzer wie Fichten oder Tannen hinzu, die Thermenregion ist durch Schwarzkiefern geprägt.“

Trotzdem sei die Entwicklung wie jedes Jahr zu beobachten. Sind Bäume befallen, so gilt es rasch zu handeln, diese zu schlägern und aus dem Wald zu entfernen bzw. brutuntauglich zu machen. „Wenn der weitere jahreszeitliche Verlauf durch Hitze und Trockenheit geprägt ist, kommt auch das dem Käfer zu gute“, weiß Herczeg.

Auch Private mit dem Insekt konfrontiert

Im Wienerwald konnten lokale Käfernester (kleine Gruppen von befallenen Bäumen) durch die Grundeigentümer aufgearbeitet werden und Massenvermehrungen ausgeschlossen werden.

Doch nicht nur Waldbesitzer, auch Grundbesitzer mit Garten sehen sich immer wieder mit dem „Borkenkäfer“ konfrontiert: „Manche rufen an und fragen was sie tun können, wenn der Baum im Garten plötzlich rot wird“, berichtet Piglmann.

Private können mit ausreichender Bewässerung des Nadelbaumes entgegenwirken, wenn sie bemerken, dass der Borkenkäfer am Werk ist, wenn die Nadeln bereits rot sind, ist es allerdings schon zu spät. „Durch ausreichend Bewässerung kann der Baum genug Harz produzieren und die Borkenkäfer damit ertränken und abwehren“, weiß der Experte.

Wirtschaftliches Defizit

Im Wald sei dies allerdings nicht möglich, daher sei es für die Entwicklung der Schädlinge entscheidend, wie viel es regnet.

Trotz aller Schäden ist das Holz auch nach dem Befall noch nutzbar, allerdings mit einem wirtschaftlichen Defizit. Das Holz kann nur mehr zu einem günstigeren Preis verkauft werden, da es durch die Verfärbung nicht für alles einsetzbar ist. „Das Holz verliert keine Festigkeit, allerdings kommen Pilze in die Löcher und färben das Holz bläulich“, sagt der Forstexperte.