Erstellt am 18. Juli 2017, 05:52

von Renate Hinterndorfer und Eduard Riedl

Maria Anzbach kehrt zurück: Region ist wieder komplett. Gemeinderat hat Beitritt zur WIR einstimmig beschlossen.

Die Gemeindeverantwortlichen treffen sich regelmäßig, jetzt ist auch Maria Anzbach wieder dabei: die Bürgermeister Michael Göschelbauer, Katharina Wolk, Ernst Hochgerner, Paul Horsak, Franz Wohlmuth, Helmut Lintner, Martin Michalitsch und der Maria Anzbacher Vizebürgermeister Helmut Peter.  |  NOEN, WIR

Im Jahr 2012 hat sich die Gemeinde Maria Anzbach aus der Wienerwald-Initiativ-Region verabschiedet. „Wir bezahlen weit über 4.000 Euro an jährlicher Mitgliedsgebühr, aber mehr als ein paar Veranstaltungen wie Wandertage oder Mostkirtage schauen als Ergebnis nicht heraus“, hatte Bürgermeisterin Karin Winter damals argumentiert. Sie war zwar überzeugt, dass eine regionale Kooperation sinnvoll ist, vermisste aber eine regionale Solidarität zum Beispiel bei Schulthemen oder bei Verbesserungen für Bahn-Pendler.

Jetzt ist Maria Anzbach wieder dabei: Bürgermeisterin Winter berichtete in der Gemeinderatsitzung, dass vermehrt die Bürgermeister der anderen Mitgliedsgemeinden an sie herangetreten sind und den Wunsch geäußert haben, dass Maria Anzbach doch wieder die Mitgliedschaft bei der WIR aufnehmen solle. Der Gemeinderat hat jetzt einstimmig beschlossen, der Kleinregion wieder beizutreten und einen Beitrag zum Gelingen der interkommunalen Zusammenarbeit leisten zu wollen.

„Man braucht eine Plattform, ohne dass in den Köpfen herumschwirrt, dass man ein großes Projekt machen muss.“ Franz Wohlmuth, WIR-Obmann

Der Neulengbacher Bürgermeister und WIR-Obmann Franz Wohlmuth freut sich über die Rückkehr der Nachbargemeinde: „Das ist toll. Es hat im Vorjahr schon Gespräche gegeben und seit Juli ist Maria Anzbach wieder dabei.“

Die WIR agiert nur mehr in „abgespeckter“ Version. Der Mitgliedsbeitrag hat sich für die einzelnen Gemeinden wesentlich reduziert. Früher zahlte jede Gemeinde 1,50 Euro pro Einwohner. Jetzt leistet jede Gemeinde einen Beitrag von 500 Euro pro Jahr. Das hängt vor allem mit den personellen Änderungen zusammen: Früher gab es eine hauptamtliche Mitarbeiterin für die WIR, jetzt gibt es kein eigenes Personal mehr.

Es gehe nicht um die Realisierung großer Gemeinschaftsprojekte – einst war ja die Rede von Eislaufplatz oder Hallenbad – sondern um eine Kooperation und um gemeinsame kleinere Projekte wie den Buchberg, das Radwegenetz und die Beschilderung von Wanderwegen, so Wohlmuth.

Gute Zusammenarbeit und Vernetzung

Im Bereich Bauhof und Verwaltung gibt es grundsätzlich eine gute Zusammenarbeit und Vernetzung. Auch bei Themen wie Schulsprengel, Raumordnung oder Bahnlärm will man kooperieren. In einigen Bereichen könne man sicher Konflikte schon im Vorfeld ausräumen, ist Franz Wohlmuth überzeugt. „Es geht auch um gemeinsame Veranstaltungen wie zum Beispiel den Mostkirtag oder die sonderpädagogische Ferienbetreuung. Es ist ganz wichtig, solche Dinge gemeinsam über die Bühne zu bringen“, betont der WIR-Obmann. Die Bürgermeister der acht Gemeinden treffen einander monatlich, auch die Amtsleiter und die Wassermeister der Gemeinden sind in Kontakt.

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