Erstellt am 24. November 2015, 05:58

von Renate Hinterndorfer und Beate Riedl

Nummern für Bienenstöcke. Imkerin Christine Simek ärgert Registrierungspflicht von Bienenstöcken. Bezirksobmann beschwichtigt und sieht Meldung als gute Maßnahme zur Seuchenbekämpfung.

Ab 1. Jänner 2017 müssen alle Bienenstöcke in einem zentralen Register gemeldet sein.  |  NOEN, www.shutterstock.com/Photografiero

„Jeder Bienenstock muss in Zukunft gemeldet werden“, ärgert sich die Maria Anzbacher Imkerin Christine Simek. „Wir bekommen eine landwirtschaftliche Betriebsnummer, müssen Sozialversicherung, Pensionsversicherung für Bauern und Kammerumlage zahlen.“ Seit einem Erlass von Maria Theresia sei die Imkerei „frei von Zehent“, betont Simek. Die Mehrzahl der Imker seien Klein- und Kleinstimker. Bis zu 49 Bienenstöcke könne man steuerfrei betreiben: „Das hat bis jetzt funktioniert“, betont Simek, die sich die neuen Regelungen nicht gefallen lassen will.

„Ja“, sagt der Bezirksobmann der Imker Helmut Marchhart, „jeder Bienenstock muss ab 31. Dezember 2016 registriert werden. Aber das ist überhaupt nichts Negatives.“ Mit dieser Registrierung solle vor allem die Seuchenbekämpfung wesentlich erleichtert werden. „Wenn in einem Bienenstock eine Erkrankung auftritt, können umliegende Imker rasch informiert werden, um Maßnahmen zu setzen und eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.“ Nicht nur im Falle Amerikanischer Faulbrut, sondern besonders auch, wenn andere neue Parasiten und Krankheiten auftreten sollten.

„Aufwand wird sich in Grenzen halten“

Auch der Kirchstettner Imker Josef Gfatter versteht die Aufregung nicht: „Bienen sind die letzte Tierart, die noch nicht registriert sind.“ Und er sieht den positiven Effekt, schnell bei Erkrankungen reagieren zu können. Doch die Maria Anzbacher Imkerin ärgert die neue Verordnung: „Das Ganze ist haarsträubend.“

Und es werde dazu führen, dass viele Imker aufhören. Auch sie überlegt, dass sie ihre fünf Bienenstöcke auslaufen lässt. Der Papierkram sei nicht zumutbar. Doch der Bezirksobmann entkräftet: „Der Aufwand wird sich sehr in Grenzen halten.“ Über die Ortsgruppen sollen ein Mal die genauen Standorte bzw. Koordinaten erhoben und an den Landesverband weitergegeben werden.

Dieser kümmere sich dann um die Registrierung im sogenannten VIS, dem Veterinärinformationssystem, in dem alle Tierhalter mit ihren Tieren gemeldet sind. Und der Kirchstettner Josef Gfatter fügt hinzu: „Für manche ältere Imker ist die Registrierung über das Internet nicht leicht. Aber sie bekommen Unterstützung von den Vereinen. Auch an den Kosten wird sich durch die Registrierung nichts ändern: „Mit der Finanz hat das nichts zu tun“, so Marchhart. Nach wie vor bleiben 49 Bienenstöcke steuerfrei. Somit werde auch keiner der Imker nur wegen der Registrierung aufhören, meint Marchhart.