Erstellt am 19. April 2017, 05:35

von Christine Hell

Schädlinge im Wald: Pilze und Käfer als Gefahr. Eschen werden aus Sicherheitsgründen entfernt. Fichten sind vom Borkenkäfer bedroht.

Probleme mit Schädlingen gibt es auch in den Mischwäldern im Raum Neulengbach.  |  NOEN, Hell

Seit einiger Zeit ist im Forst ein Schädling unterwegs: Ein Pilz macht den Eschen den Garaus. „In manchem Forstgebiet ist es katastrophal“, sagt Florian Lechner, Forstbesitzer im Bereich Klamm.

Für Prognosen sei es noch etwas zu früh: „Die Esche treibt etwas später aus als die anderen Bäume, daher ist die Schädigung noch nicht so richtig sichtbar.“ Die Vorausschau der Forstbehörde, mit dem Ergebnis, dass nur drei Prozent aller Eschen dem Pilz widerstehen, sei vernichtend, aber nicht ganz nachvollziehbar, sagt Lechner. Denn derartige prozentgenaue Prognosen könne wohl niemand erstellen.

Eschenproblem wird akkut

Auch Oberförster Andreas Schwarz ist aktuell mit dem Eschenproblem konfrontiert: „Aus Sicherheitsgründen fällen wir Eschen bei Wanderwegen, Radwegen, Grundgrenzen und im Wohnbereich.“

Auch im Bereich St. Christophen mussten mehrere Bäume im Verlauf des Laabenbaches beim Radweg entfernt werden. „Die Esche kommt vorwiegend an Flussläufen und im Auwald vor und ist in den Donauauen zu einem Riesenproblem geworden“, weiß der Oberförster der Liechtensteinschen Gutsverwaltung.

„Wir machen das ja nicht aus Jux und Tollerei, sondern aus Sicherheitsgründen für alle.“Andreas Schwarz, Liechtensteinsche Gutsverwaltung

Der Pilz mit dem Namen „das falsche kleine Stengelbecherchen“ dürfte ursprünglich aus Asien stammen und über das Baltikum nach Österreich gekommen sein. „Mittlerweile ist ganz Europa davon betroffen“, weiß der Oberförster.

Dem Pilz kann man noch nicht beikommen, Wurzeln und Holz werden durch den Befall morsch, einzige Maßnahme ist das Fällen der befallenen Bäume. „Auch augenscheinlich gesunde Bäume fallen einfach um“, berichtet Andreas Schwarz, der damit eine Gefahr für Waldbesitzer und Waldbesucher sieht.

Andreas Schwarz bittet um Verständnis für eventuelle Absperrungen und für umfangreiche Baumschlägerungen, denn: „Wir machen das ja nicht aus Jux und Tollerei, sondern aus Sicherheitsgründen für alle.“

Immer wieder für Probleme hat in den vergangenen Jahren der Borkenkäfer gesorgt.

Wie ist die Lage heuer einzuschätzen? „Mit dem doch eher kräftigen Winter dürften die Borkenkäfer nicht recht gut überwintert haben“, mutmaßt Florian Lechner. Der Forstbesitzer glaubt aber, dass der Waldschädling wieder aufholen kann: „Wenn das Wetter passt, ist der Käfer wieder voll da.“

„Kupferstecher & Co“ seien aktuell nicht das große Problem, sagt Andreas Schwarz. Der Oberförster sieht in diesem Zusammenhang nur punktuelle Probleme bei 30- bis 40-jährigen Fichten, alle anderen seien bereits in den 90er-Jahren nach dem großen Borkenkäferbefall gefällt und aus dem Wald geholt worden.

Regen stärkt Bäume und schwächt Käfer

Ein Handicap für die Käfer stelle nur lang anhaltendes, feuchtkaltes Wetter dar, so Waldexperte Lechner, „denn das stärkt einerseits die Bäume und schwächt den Käfer.“ Er selbst habe mit seinem Forstbesitz durch die Höhenlage im Gebiet Klamm einen kleinen Vorteil und: „Bei meinem Besitz handelt es sich um Mischwald.“