Erstellt am 26. Februar 2016, 07:59

von Renate Hinterndorfer und Christine Hell

Schaltjahr: "Das ist schon etwas ganz Besonderes". Wie feiert jemand, der am 29. Februar Geburtstag oder Hochzeitstag hat? Die NÖN hat sich in der Region umgehört.

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Am 29. Februar 2008 haben Gerhard und Sylvia Ruzicka am Standesamt Neulengbach geheiratet. „Wir haben im Jänner spontan entschieden, dass wir heiraten und sind zu dem Entschluss gekommen, dass der 29. Februar das ideale Datum ist“, erinnert sich Sylvia Ruzicka. Nicht alle waren dieser Meinung. Die Mutter der Braut hatte mit dem Termin keine Freude: „Sie hat gemeint, da kann man ja den Hochzeitstag nicht richtig feiern. Aber wir haben den Termin witzig gefunden.“

Erste Trauung für Standesbeamten

Standesamtsleiter Johann Dill kann sich noch gut an diese Eheschließung erinnern, nicht nur wegen des besonderen Datums: „Das war meine erste Trauung überhaupt als Standesbeamter, und es war doch eine gewisse Nervosität vorhanden. Das war meine Feuertaufe.“

Die Hochzeit fand im kleinen Kreis statt. „Es war ein schönes Fest“, so Sylvia Ruzicka. Das Radio habe zwar nicht gleich funktioniert, aber dann ging alles reibungslos über die Bühne. Besonders gefeiert wird der Hochzeitstag nicht, weder in einem Schaltjahr, noch sonst: „Wir sind nicht die großen Romantiker. Wir gehen rund um den 28. Februar miteinander essen, aber das war‘s dann auch.“

„Das ist schon ein besonderer Tag“

Ordentlich feiern wird Helmut Weiss: Der Einsatzleiter der Berg- und Naturwacht Asperhofen hat am 29. Februar seinen 60er. „Das ist schon ein besonderer Tag“, sagt er. Auf die Frage, ob er früher ein Problem damit hatte, dass er eigentlich nur alle vier Jahre „richtig“ Geburtstag hat, erzählt der Asperhofener: „Als Kind, in der Schule, da war es schon ein Problem. Da hat es schon wehgetan. Aber als Erwachsener war es dann kein Problem mehr.“

Da könne es schon vorkommen, dass zwei Tage gefeiert wird, schmunzelt er. Und heuer feiert er nicht nur seinen „Runden“, sondern auch den Eintritt in die Pension. Langweilig wird ihm nicht werden: „Ich habe viele Hobbys. Ich bin ja bei der Berg- und Naturwacht, ich restauriere Oldtimer. Und ich habe zwei Enkelkinder, mit denen werde ich viel Zeit verbringen.“

Auch Josef Stiefsohn aus Oberndorf bei St. Christophen ist einer jener, der theoretisch nur alle vier Jahre exakt an seinem Geburtsdatum Geburtstag feiern kann. Ganz genau genommen feiert der Oberndorfer heuer erst seinen 16. Geburtstag. „Das ist schon etwas ganz Besonderes“, ist er stolz auf sein seltenes Geburtsdatum. Dieses wäre auch in der Kindheit nie ein Problem gewesen, sagt er, „aber speziell, wenn ich mein Geburtsdatum irgendwo bekannt gebe, sehe ich, dass die Leute unsicher lächeln, weil sie glauben, ich teste ihr Allgemeinwissen aus.“

Früher hätte es sogar Geschenkmünzen von einem Wäschevertrieb für Menschen mit diesem seltenen Geburtsdatum gegeben, erinnert sich Stiefsohn zurück. Und vor vier Jahren, zu seinem 60er, flatterte sogar eine Einladung von Casinos Austria ins Haus. „Wir waren das erste Mal im Casino und genossen diesen wunderschönen Tag“, erinnert sich Gattin Elfriede.