Erstellt am 22. Dezember 2015, 05:48

von Renate Hinterndorfer

"Schluss mit Bevormundung". 15 Gastronomen demonstrierten gegen neue Vorschriften. Am 11. Jänner ist der nächste Protest: Da wollen die Wirte vor der Wirtschaftskammer auf die Barrikaden gehen.

 „Das war erst der Anfang“, sagt Stephan Teix. Der Asperhofener organisierte vergangenen Montag eine Demonstration von Wirten aus der Region Wienerwald in St. Pölten. 15 Gastronomen standen mit Transparenten in der Daniel-Gran-Straße, um ihren Unmut über die vielen Verordnungen kundzutun. Am 11. Jänner ist bereits die nächste Demonstration anberaumt, und zwar bei der Wirtschaftskammer, die an diesem Tag zum Neujahrsempfang einlädt.

Ein Ende von „Überwachung und Entmündigung“

Die Wirte fühlen sich bevormundet und fordern ein Ende von „Überwachung und Entmündigung“. Mit der Registrierkassenpflicht können sich viele nicht anfreunden. „Niemand hinterzieht bewusst Steuern. Gerade die kleinen Betriebe wollen gut arbeiten und investieren das Geld sowieso wieder in den Betrieb. Der Finanzminister verliert also kein Geld“, sagt Stephan Teix, der in Habersdorf einen Biohof und ein Lokal betreibt.

Bei der Demonstration am Montag wurde auch Kritik an der Wirtschaftskammer geübt: Man werde von ihr nicht vertreten, sondern getreten, war auf einem Transparent zu lesen.

Bei der Wirtschaftskammer hat man zwar Verständnis für die Verärgerung auf Unternehmerseite. „Aber wieso sich der Unmut gegen die Wirtschaftskammer richtet, ist mir nicht ganz klar“, sagt der St. Pöltner WK-Bezirksstellenleiter Gernot Binder. Er sei überrascht gewesen, dass man so aggressiv gegen die Wirtschaftskammer vorgehe, so Binder. Die Registrierkassenpflicht sei kein Wunsch der Kammer, sondern der Bundesregierung gewesen, so Binder. Er fragt sich, ob Demos immer der beste Weg sind, um Ziele zu erreichen. „Wir versuchen in Gesprächen und auf dem Verhandlungsweg Erleichterung zu schaffen.“