Erstellt am 18. Januar 2016, 07:11

von Christine Hell

Schneebirne wird gepflanzt. Die Schneebirne, eine der seltensten, heimischen Baumarten, wird im Biosphärenpark Wienerwald gepflanzt.

Blüte der Schneebirne. Foto: Klaus Wanninger  |  NOEN, Klaus Wanninger
Vielleicht gerade zwei Handvoll 2 Handvoll Schneebirnen sind es, die in ganz Niederösterreich und Wien noch wildwachsend vorkommen, wahrscheinlich sogar weniger. Jedenfalls zählt die Schneebirne als eine unserer Wildbirnenarten mittlerweile zu den seltensten heimischen Baumarten überhaupt.

Eigentlich kaum zu glauben, bezaubert sie doch durch ihre weißfilzigen Triebe und Blätter im Frühjahr, beschenkt das Auge mit ihrer prächtig dunkel-blutroten Herbstfärbung und bietet reichen Fruchtertrag, der zum Schnapsbrennen allemal gute Dienste leistet.

Damit die Schneebirne nicht ganz verloren geht, sondern wieder ein wenig häufiger wird, hat sich der Biosphärenpark Wienerwald gemeinsam mit dem Verein Regionale Gehölzvermehrung (RGV) dazu entschlossen, die letzten ihrer Art zu vermehren und ihre Nachkommen im Biosphärenpark auszupflanzen.

Dazu wurden mit naturschutzfachlicher Genehmigung zwei der letzten Exemplare im Raum Mödling in den letzten Jahren händisch besammelt und in den RGV Partnerbaumschulen zu kräftigen Jungpflanzen herangezogen. 24 dieser Nachfahren von „Urmutter Schneebirne“ aus der Thermenregion Wienerwald wurden Ende des letzten Jahres im Zuge gemeinsamer Pflanzaktionen mit den Paten und Patinnen auf  Weingartenböschungen und an Waldrändern im Biosphärenpark Wienerwald verwurzelt.

„Ein großer Dank gebührt den Gemeinden und Winzern, die die Patenschaft und damit die Pflege der Bäume übernommen haben. Nur gemeinsam ist es uns möglich, Schätze aus der Natur – wie die Schneebirne – auch für künftige Generationen zu erhalten und die Sortenvielfalt zu schützen“, so Andrea Moser, Direktorin des Biosphärenpark Wienerwald.