Erstellt am 11. August 2016, 05:24

Mit Kerzenlicht gegen Rattenbisse. Aurelia Lanzenlechner gießt Kerzen, Peter Zidar nimmt diese mit nach Rumänien. Das Kerzenlicht soll Kinder vor Bissen schützen.

Aurelia Lanzenlechner mit den vielen Kerzen, die sie demnächst nach Rumänien schicken wird.  |  NÖN, Hell

"Auf einer meiner vielen Reisen in Afrika besuchte ich auch Elendsviertel. Dabei fiel auf, dass viele kleine Kinder Narben im Gesicht haben“, schildert Aurelia Lanzenlechner. Die St. Christophenerin erfuhr von der Reiseleiterin, dass die Kinder, während sie am Boden schlafen, von Ratten gebissen werden. Vor einem Jahr wurde diese Erinnerung wieder wach: Bei einem Bibelseminar in Maria Anzbach erzählte Diakon Peter Zidar von seinen monatlichen Fahrten nach Rumänien.

„Und auch er schilderte die grausame Tatsache, dass Zigeunerkindern sogar Zehen und Finger von den Ratten abgebissen werden, und sie im Gesicht verletzt werden, während sie am Boden schlafen“, berichtet Aurelia Lanzenlechner.

Diakon Peter Zidar werde aus diesem Grund bei seinen Besuchen in Rumänien immer wieder um Kerzen angebettelt, weil durch Kerzenlicht in der Nacht die Ratten von den Schlafplätzen der Kinder ferngehalten werden. „Da habe ich die Aktion Kerzengießen für die Kinder in Rumänien gestartet“, sagt die ehemalige Professorin.

Kerzen kamen anfangs nicht den Kindern zugute

Das Bemühen war groß, sehr schöne Kerzen aus alten Wachsresten zusammenzubringen, mit dem Effekt, dass die Wachskunstwerke Lanzenlechners nicht die nächtlichen Schlafplätze der Kinder erleuchtet haben, sondern: „Die Zigeunerfrauen haben meine Kerzen verkauft und damit Geld gemacht.“

Seitdem hat die engagierte St. Christophenerin bereits über 100 Kerzen gegossen, sie bemüht sich jetzt nicht mehr um sehr schöne Kerzen, sie hat auch eine Strategie gegen die Geschäftemacherei entwickelt: „Bevor ich die Kerzen an Diakon Zidar gebe und sie auf die Reise zu den Zigeunern schicke, zünde ich jede einzelne Kerze kurz an, damit haben sie keinen Verkaufswert mehr.“ Aurelia Lanzenlechner möchte jetzt im Herbst verstärkt Kerzen für die Kinder herstellen.

„Die Nächte werden länger und es ist mir ein dringliches Anliegen, den Kindern zu helfen“, sagt sie. Sie bittet für ihre Aktion um alte Wachskerzen und Kerzenreste: 02772/58939.