Erstellt am 23. Oktober 2015, 15:27

von Eduard Riedl

Tolles Museum in Stollberg. Das Haus von Erwin Ginner fällt auf: Blumenornamente zieren die Fassade, dahinter verbirgt sich ein tolles Museum. Im Garten gibt es jede Menge Skulpturen.

Erwin Ginner in seinem Museum mit den Hutnadeln.Riedl  |  NOEN

In Stollberg gibt es etwas, das man dort nicht vermuten würde: ein Kleinkunstmuseum. Das Haus ist unübersehbar: Hausherr Erwin Ginner hat es mit 1.200 Blumenornamenten aus Keramik verziert. „Ich habe diese Blumen selbst aus Keramik geformt, gebrannt und dann auf die Hauswand montiert, danach mit dem Verputz ausgefüllt“, erzählt der Künstler.

1.200 Ornamente aus Keramik

Um das Haus gibt es einen fantastischen Garten mit diversen Skulpturen und Kunstobjekten aus Stein oder leeren Dosen. „Die unendliche Säule“ ist aus Beton gegossen und wird immer wieder erweitert und miteinander verankert. Sie ist inzwischen fünf Meter hoch, geplant sind siebeneinhalb Meter, bis zum Rauchfang. „Ich lasse die Natur arbeiten, wenn es rostig wird“, erklärt der Künstler.

Erwin Ginner hat im Laufe seines Lebens viele verschiedene Dinge gesammelt: „Mein Großvater mütterlicherseits war gelernter Schustermeister in Stollberg, er war ein Sammler und Künstler der Holzbildhauerei. Er hat den Grundstein für meine Sammeltätigkeit gelegt.“

Betritt man das kleine, aber feine Museum von Erwin Ginner, sieht man in Glasschaukästen schön geordnet die verschiedensten Gegenstände. Sie wurden im Laufe der Zeit mit großer Sammelleidenschaft zusammen getragen. „Ich besitze über 1.000 verschiedene Hutnadeln und alten Schmuck, den schon mein Großvater gesammelt hat, teilweise stammen die gesammelten Sachen aus der Biedermeierzeit“, so Ginner.

Der Großvater arbeitete bei den Bauern, er machte Sättel oder Riemenzeug für die Pferde, da kam oft ein Tauschhandel zustande, er bekam anstatt Geld eben Schmuck oder andere wertvolle Gegenstände.

„Meine große Leidenschaft aber sind die Knöpfe“, erzählt der gelernte Kleidermacher. Seine Mutter hat ihm bereits im Alter von zehn Jahren das Knopfannähen beigebracht. Sie selbst hat tausende Knöpfe handvernäht. Zu den Knöpfen hat Ginner einen Gedichtband herausgebracht: „Kopflos-Knopflos-Gedichte.“ Ein Kunstwerk einer Knopf-Variante ist in Vorbereitung.

1974 war der Beginn der keramischen Tätigkeiten in der Schamott Fabrik von Ernst Rath in Krummnussbaum. Günter Praschak, Leiter der Meisterklasse für Keramik an der Kunstakademie Linz, führte dort Aufträge und Forschungsarbeiten durch.

„Ich besitze über 1.000 verschiedene Hutnadeln und alten Schmuck, den schon mein Großvater gesammelt hat.“ Erwin Ginner

Für Erwin Ginner gab es zahlreiche Erfolge und Auszeichnungen: 1979 bis 1987 erhielt er erste Förderungen in der Öffentlichkeit durch die Galerie Maringer in St. Pölten, danach folgten kontinuierlich Ausstellungen in ganz Österreich. 1988 bekam Erwin Ginner die Silbermedaille der „Academie Europeene des Arts“ in Ciney, Belgien. 2005 bis 2009 erfolgte sein Studium der Keramik an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Zur Zeit ist eine Schwerpunktausstellung mit dem Thema „Döschen und Doserl“ in der Raiffeisenbank in Laaben zu sehen.

Das Museum ist jeden Sonntag von 9 bis 12 Uhr geöffnet.