Neulengbach

Erstellt am 11. Oktober 2016, 05:00

Stadt als Marktplatz. Seit 1516 dürfen Jahrmärkte abgehalten werden. Nach einer Stadtführung wurde eine Tafel beim alten Rathaus enthüllt.

Groß war das Interesse bei der Stadtführung durch Neulengbach, bei der Ewald Furtmüller viel über die alten Gemäuer berichtete.  |  NOEN, Dietl

Bei einer einstündigen Stadtführung erklärte Ewald Furtmüller vielen Interessierten die wichtigsten Orte. Begonnen wurde in der Pfarrkirche, weiter ging es zum neuen Rathaus und zum Gerichtsgebäude. Die Tour führte entlang der unteren Marktstraße, wo der ehemalige Schuldirektor auf die vielen Spione in den einzelnen Häusern hinwies. Beim alten Rathaus gab es Moritaten und Balladen, die Manfred Hartl zur Musik seines Leierkastens sang. Damit wurden die Besucher ins Mittelalter zurückversetzt und auch an die Rechtssprechung in früheren Jahrhunderten erinnert.

Das Recht auf Jahrmärkte besteht seit 1516

Seit 500 Jahren dürfen Jahrmärkte in Neulengbach abgehalten werden: Im Jahr 1516 verlieh Kaiser Maximilian I. den Neulengbachern das Recht, jährlich zwei Jahrmärkte abzuhalten. Kulturstadtrat Ferdinand Klimka berichtete, dass Märkte in der Geschichte immer eine bedeutende Rolle spielten: „Sie gehörten zu den wichtigsten Ereignissen in der Gesellschaft. Sie dienten einerseits zum Warenaustausch und waren somit von großer wirtschaftlicher Bedeutung, andererseits hatten sie als Treffpunkt der Bürger eine wichtige soziale Funktion.“

Der einzige Markt, der die lange Handelstradition der Jahrmärkte in Neulengbach fortführt, ist der beliebte Reserl-Markt, der am Dienstag nach dem Theresia-Tag abgehalten wird. Am Dienstag, 18. Oktober, ist es heuer wieder soweit: Da steigt wieder der Reserl-Markt. Traditionsgemäß erfolgt die Ankündigung des Markttages 14 Tage vorher durch die Ausbringen der „Marktrichterhand mit dem Schwerte“ am Alten Rathaus.

Dieses Symbol stand im Mittelalter für eine eigene Gerichtsbarkeit während des Jahrmarktes. Im Jubiläumsjahr wurde die Anbringung des „Freyungsarmes“ feierlich begangen. Gemeinsam mit Bürgermeister Franz Wohlmuth montierte Ferdinand Klimka die Marktrichterhand am alten Rathaus. Zuvor wurde die Tafel, die anlässlich der 500 Jahre Marktrecht am Rathaus angebracht worden war, enthüllt.