Erstellt am 30. März 2016, 04:54

von Birgit Kindler

Verkehrsaufkommen: Weniger Pkw bei Steinhäusl. Verbessertes Angebot der Bahn lässt die Pendler nach Wien umsteigen.

In Spitzenzeiten befahren die A 1 zwischen Wien und dem Knoten Steinhäusl stündlich etwa 2.200 Fahrzeuge. Die Sanierungsarbeiten in diesem Bereich werden Ende des Jahres abgeschlossen sein.  |  NOEN, ASFINAG

Der Pkw-Verkehr beim Knoten Steinhäusl in Altlengbach hat abgenommen. Waren es 2014 noch 66.097 Pkw, die gezählt wurden, sind es 2015 etwas weniger, nämlich 65.764 Autos. Das zeigt die Statistik des Verkehrsclub Österreich (VCÖ). „Der leichte Rückgang beim Pkw-Verkehr auf der Westautobahn nahe Wien kann damit zusammenhängen, dass immer mehr Beschäftigte auf das verbesserte Angebot der Bahn auf der Weststrecke umsteigen, um nach Wien in die Arbeit zu kommen“, vermutet VCÖ-Sprecher Markus Gansterer. Denn 2015 waren österreichweit zwar mehr Pkw unterwegs als 2014, aber bei 17 Zählstellen gab es einen Rückgang des Autoverkehrs. „Viele davon rund um Wien“, so Gansterer.

Zugenommen hat hingegen der Lkw-Verkehr. 2014 wurden beim Knoten Steinhäusl 8.748 Lkw gezählt, im vergangenen Jahr waren es bereits 8.937 Schwerfahrzeuge.

Keine Beschwerden von Anrainern

Ob es beim Knoten Steinhäusl eine Geschwindigkeitsbeschränkung geben soll, ist derzeit kein Thema in Altlengbach, wie Bürgermeister Michael Göschelbauer bestätigt. „Es gibt ein Tempolimit, aber nicht durchgehend“, so Göschelbauer, der betont, dass es derzeit auch keine Beschwerden seitens der Anrainer gäbe. Man habe aber mit der Asfinag ausgemacht, dass bei kommenden Sanierungsarbeiten ein Asphalt verwendet wird, der den Lärm verringern soll.

Zugenommen hat der Lkw-Verkehr auch bei der Zählstelle Sichelbach, Knoten Böheimkirchen - St. Christophen. Wurden 2014 noch 8.807 Lkw gezählt, waren es 2015 bereits 8.969. In St. Pölten ist das Verkehrsaufkommen sowohl auf der S 33 als auch auf der A 1 gestiegen.

x  |  NOEN, NÖN

Insgesamt stieg die Zahl der Fahrzeuge auf der A 1 rund um St. Pölten um bis zu fünf Prozent, auf der S 33 sogar um bis zu 7,5 Prozent. Am höchsten ist die Frequenz auf der A 1-Stadtstrecke zwischen dem Knoten St. Pölten und St. Pölten Süd. 72.575 Fahrzeuge waren hier im Vorjahr pro Tag unterwegs – um 3.333 mehr als 2014. Zwischen St. Pölten Süd und Loosdorf stieg die tägliche Frequenz um 3.170 – das Verkehrsaufkommen insgesamt ist in diesem Abschnitt aber deutlich geringer als auf der Stadtstrecke.

Auf der S 33 ist das Verkehrsaufkommen noch deutlich geringer als auf der Westautobahn, die Frequenz nahm im Vorjahr aber wesentlich stärker zu. So stieg die Zahl der Fahrzeuge auf der Strecke zwischen St. Pölten-Nord und Traismauer besonders stark an – die Tagesfrequenz ist hier mittlerweile fast halb so hoch wie auf der Westautobahn. Besonders der Lkw-Verkehr habe im Raum St. Pölten stark zugenommen, weiß Christian Gratzer vom VCÖ. Insgesamt seien auf der A 1 im Vorjahr mehr als drei Millionen Lkw unterwegs gewesen. Auch beim Schwerverkehr zeigt sich, dass das Aufkommen auf der S 33 deutlich stärker als auf der A 1 zunimmt. Acht Prozent mehr Lkw rollten auf dieser Strecke an der Stadt vorbei.

„Der Rückgang beim Pkw-Verkehr kann damit zusammenhängen, dass immer mehr Beschäftigte auf das verbesserte Angebot der Bahn umsteigen.“ Markus Gansterer, VCÖ-Experte

Was diese Verkehrszunahme für die St. Pöltner Bevölkerung bedeutet, weiß Gratzer: „Mehr Lärm und vor allem eine höhere Schadstoffbelastung.“

Aus Sicht des VCÖ sei es daher wichtig, verstärkt Maßnahmen gegen die Verkehrslawinen zu setzen. „Dazu braucht es ein Paket, Einzelmaßnahmen reichen nicht aus“, ist Gratzer überzeugt. So sei beispielsweise das öffentliche Verkehrsangebot weiter zu verbessern. Außerdem könne durch Radschnellwege aus dem Umland St. Pöltens in die Stadt ein Teil des Autoverkehrs reduziert werden.

 

 

Von Birgit Kindler