Erstellt am 12. Januar 2016, 05:18

von Renate Hinterndorfer

Wieder neue Wohnungen. Dass in Maria Anzbach ein weiteres großvolumiges Bauvorhaben realisiert werden soll bringt der Gemeinde Kritik ein. Ortschefin sagt: „Wir können Projekte nicht verhindern.“

 |  NOEN, BilderBox

In Großraßberg steht schon der Rohbau, in der Schwabstraße sind neue Wohnhäuser geplant, und in der Berggasse soll ebenfalls neuer Wohnraum geschaffen werden. Die Bauverhandlung fand am Montag (nach Redaktionsschluss) statt.

Dass soviel großvolumiger Wohnbau entsteht, sorgt nicht nur für Freude im Ort. Gegen die 36 neuen Wohnungen in vier Blöcken in der Schwabstraße gab es wie berichtet heftigen Protest, auch beim Projekt in der Berggasse werden jetzt kritische Stimmen laut. „Wir sind die letzte Gemeinde, wo großflächiger Wohnbau möglich ist. Andere Gemeinden wie Eichgraben und Neulengbach haben das schon unterbunden“, schimpft ein Maria Anzbacher, der namentlich nicht genannt werden möchte. So lässt etwa die Stadtgemeinde Neulengbach innerhalb von „Bauland-Wohngebiet“ pro Grundstück nur maximal zwei oder drei Wohneinheiten zu. Auch in Eichgraben hat man die „unkontrollierte Errichtung“ von großvolumigen Bauten mit einer hohen Anzahl von Wohnungen in einem Gebäude unterbunden.

„Die Gemeinde Maria Anzbach hätte den Grund in der Berggasse kaufen und für Jungbürger parzellieren können“, meint der Anrainer.

Projekt wurde umgeplant

Bürgermeisterin Karin Winter erklärt, dass für die Gemeinde der Kauf des Grundstücks aus finanziellen Gründen nicht möglich gewesen wäre. Das Wohnprojekt sei seitens der Gemeinde gut aufbereitet: „Wir haben uns sehr bemüht, die Leute zu informieren und alle ins Boot zu holen.“ Ursprünglich habe die Genossenschaft einen Bau mit 48 Wohnungen geplant. Die Bestimmungen wären eingehalten worden, doch auf Druck der Gemeinde sei das Projekt umgeplant worden: Jetzt sind 24 Wohnungen geplant. „Wenn die Vorschriften eingehalten werden, bleibt uns nichts anderes übrig, als den Bau zu bewilligen“, so Karin Winter.