Wienerwald

Erstellt am 21. August 2016, 08:13

von Claudia Stöcklöcker

Freispruch: Gewalt gegen Asylwerber. Betreiber einer Unterkunft für Asylwerber soll gedroht und einen Flüchtling verletzt haben. Richterin spricht ihn frei.

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Mit schweren Vorwürfen sieht sich ein Betreiber einer Flüchtlingsunterkunft aus dem Wienerwald in einem Prozess am Landesgericht St. Pölten konfrontiert. Wie berichtet, sitzt der 36-Jährige wegen Körperverletzung und gefährlicher Drohung vor Gericht.

„Ich werde euch alle umbringen!“, soll er zu Asylwerbern gesagt und einen zu Boden geschleudert haben. Kratzer und Abschürfungen habe das Opfer bei der Attacke erlitten.

Geständig dazu war der 36-Jährige schon am ersten Prozesstag nicht. „Ich habe ihn in sein Zimmer geschoben. Gesagt habe ich, dass ich sie alle hinausschmeißen werde“, erklärte er damals. Auseinandersetzungen mit Asylwerbern habe es gegeben: „Weil ich verlange, dass sie den Müll in den Container schmeißen, weil sie bis vier in der Früh Lärm machen. Sie halten sich nicht an die Hausordnung.“

„Ich bin nach Österreich gekommen, weil es hier Gerechtigkeit gibt

Todesängste habe das mutmaßliche Opfer bei vermeintlicher Attacke ausgestanden. An den Folgen leide der 20-Jährige noch immer, sagt er. „Ich kann jetzt nicht mehr Deutsch lernen und mich nicht mehr konzentrieren“, erklärt er.

Ob der Afghane Schmerzensgeld will? „Ich bin nach Österreich gekommen, weil es hier Gerechtigkeit gibt. Schmerzensgeld möchte ich, wenn das Gesetz es so vorsieht“, sagt er.

Die Richterin spricht den Angeklagten frei. „Ich möchte dem Asylwerber nichts unterstellen, aber er hat vier verschiedene Aussagen getätigt und war somit sehr unglaubwürdig.“