Erstellt am 22. Dezember 2015, 05:38

von Christine Hell und Renate Hinterndorfer

Wildschweine richten wieder Schäden an. Felder und Wiesen werden umgepflügt. Landwirte fordern Maßnahmen. Jagd des Schwarzwildes ist aber schwierig.

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Wildschweine richten in der Region Wienerwald derzeit wieder große Schäden an. „Solange wir keinen Schnee und keinen Frost haben, ist es ein Problem. Wir haben viele Beschwerden“, berichtet Walter Koberger, Vizepräsident der Jagdgilde Neulengbach, Ollersbach und Umgebung. Im ganzen Gerichtsbezirk Neulengbach seien die Wildschweine unterwegs: „Sie kommen von Hochstrass oder vom Schöpfl. Bei uns ist es momentan extrem, in Altlengbach, Laaben, Innermanzing. Die Bauern sagen wir müssen mehr schießen, aber das ist nicht so einfach“, weiß Walter Koberger. Man habe zwar schon einige Wildschweine geschossen, aber zu wenig.

„Wildschweine zu bejagen ist schwierig und sehr zeitaufwändig“, berichtet auch Jäger Friedrich Prammer, denn die Tiere sind sehr gescheit, sehen und hören überaus gut, sind zudem auch noch nachtaktiv und legen große Strecken zurück. Innerhalb einer Nacht kann ein Wildschwein 25 bis 30 Kilometer zurücklegen. Der beste Zeitpunkt, um auf Jagd nach Wildschweinen zu gehen, sei also nachts, bei Windstille und Vollmond, wenn klare Sicht herrscht, so der St. Christophener Jäger.

Die Tiere vermehren sich rasant

Wildschweine sind vorwiegend in Maisfeldern anzutreffen, sie genießen aber auch Erdäpfel vom Feld und wühlen im Spätherbst und Winter in Wald und Wiese, um Engerlinge, Wurzeln und Eicheln zu finden. „Ein weibliches Tier, die Bache, bringt pro Wurf etwa zehn bis zwölf Frischlinge zur Welt, noch dazu macht sie das bis zu drei Mal im Jahr. Das derzeitige Wetter spielt geradezu mit, dass die Vermehrung für die Tiere optimal verläuft, denn bei milden Wintern mit reichlich Nahrungsangebot wird die Bache öfters als sonst rauschig“, berichtet Prammer.

Und auch die Bejagung ist in milden Wintern viel schwieriger. „Wenn der Boden nicht gefroren ist, wühlen die Wildschweine irgendwo, und sind auch mit einer Kierung nicht anzulocken, weil sie genügend anderes Nahrungsangebot finden“, so der Jäger. In strengen, frostigen Wintern lockt man die Wildschweine mit der Ablenkfütterung (Kierung) an, und kann sie erlegen, während sie sich ans Fressen der Rüben machen.

„Derzeit besuchen die Wildschweine besonders unser Gebiet in St. Christophen laufend“, sagt Prammer, der vor Kurzem zu einer Treibjagd in Wiesen bei Böheimkirchen eingeladen worden war, wo elf Wildschweine erlegt wurden.

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