Erstellt am 25. April 2016, 08:22

von Maria Prchal und Martin Gruber-Dorninger

Zecken: Wienerwald gehört zu Risikoregionen. Teilnahme an Impfaktionen geht zurück. Der milde Winter führt bei den Parasiten heuer zu erhöhter Aktivität.

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Der Frühling hält Einzug und die Natur blüht auf. Das heißt aber auch, dass unangenehme Krabbeltiere wieder Saison haben. Der unbeliebteste Zeitgenosse ist hier wahrscheinlich der Zeck, der nicht nur Hund und Katze plagt, sondern auch den Menschen.

Vor den häufigst übertragenen Krankheiten wie Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) gilt es sich deshalb besonders in acht zu nehmen und sich davor zu schützen. Die Impfmoral der Bevölkerung scheint aber in letzter Zeit abzunehmen. Die NÖN sprach mit Experten.

„Um mich zu schützen, bin ich gegen
FSME geimpft und versuche bei Wald-
und Wiesenbegehungen möglichst
wenig Haut zu zeigen.“
Friedrich Holzinger, Forstbeauftragter

Friedrich Holzinger, Forstbeauftragter im Revier Stadlhütte weiß: „Als Förster bin ich sehr viel in der Natur unterwegs und komme daher öfter mit Zecken in Berührung. Um mich zu schützen, bin ich gegen FSME geimpft und versuche bei Wald und Wiesenbegehungen möglichst wenig Haut zu zeigen.“ Auch seine beiden Jagdhunde seien mit einem Zeckenmittel geschützt. Nach Waldbegehungen sei es sicher förderlich, zu duschen und aktiv nach Zecken zu suchen, an sich selbst und auch an den Kindern und an Haustieren.

Dennoch ist in letzter Zeit ein Rückgang bei der Impfmoral bei der Bevölkerung des Bezirks Wien-Umgebung festzustellen. Amtsarzt Richard Zotlöterer bilanziert dies nach der großen Impfaktion in der Bezirkshauptmannschaft. „Ein Rückgang ist in den letzten Jahren schon zu bemerken. Über die Ursachen kann ich aber nichts sagen“, so Zotlöterer.

Der Wienerwald zählt zu den Risikoregionen in Österreich, noch dazu kommt der milde Winter. „Dadurch ist bereits eine erhöhte Aktivität bei den Zecken festzustellen“, erklärt der Amtsarzt.

Zum Thema

  • Zecken können Krankheiten wie Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) übertragen.

  • Vor allem für Kinder ist eine Impfung anzuraten. Einerseits, weil sie oft mehr in der Natur unterwegs sind, andererseits, weil eine Meningitis bei ihnen weit schwerwiegender verlaufen kann.

  • In den Volksschulen Gablitz und Purkersdorf wird derzeit keine Impfung angeboten.

  • Es besteht die Möglichkeit, sich in der Gemeinde oder bei der Außenstelle der Bezirkshauptmanschaft impfen zu lassen.

  • Wichtig ist, nach Wald- und Wiesenspaziergängen eine Selbstuntersuchung durchzuführen.