Erstellt am 30. März 2016, 05:54

Zentrum: Projekt „vertagt“. Gestaltung des Unteren Marktes war vorgesehen, wird aber vorläufig nicht realisiert.

Die Gestaltung des unteren Marktes wird nicht wie geplant im Rahmen der Stadterneuerung in Angriff genommen.  |  NOEN, Hell

Halbzeit ist bei der Stadterneuerung in Neulengbach. Bürgermeister Franz Wohlmuth (VP) zeigt sich mit den bisherigen Ergebnissen ganz zufrieden. „Bibliothek, Skaterplatz und Beachvolleyballanlage wurden realisiert. Auch viele Kleinigkeiten sind im Zuge der Stadterneuerung passiert“, sagt Wohlmuth und verweist auf Maßnahmen für Barrierefreiheit im Ortszentrum. „Es müssen nicht immer große Dinge sein, die hunderttausende Euro kosten.“

Ein „großes Ding“, das man sich eigentlich vorgenommen hatte, wird nicht realisiert werden, nämlich die Fertigstellung der Zentrumsgestaltung, die im Rahmen des ersten Stadterneuerungsprojekts 2002 bis 2005 in Angriff genommen wurde. Geplant war jetzt in der zweiten Standerneuerungsphase die Gestaltung vom alten Rathaus bis zur Apotheke.

Zuerst Umbau des neuen Rathauses

„Das wird sich in dieser Stadterneuerungsperiode nicht mehr ausgehen“, sagt Wohlmuth. Erst wenn der Umbau des neuen Rathauses abgeschlossen ist könne man beim alten Rathaus weitertun. „Alles andere wäre Unfug. Man kann jetzt nicht eine Stücklösung machen, es geht um das Ganze.“

Stadterneuerungsbeauftragter Daniel Brüll erklärt: „Für die Gestaltung des Unteren Markts gibt es keine finanziellen Ressourcen. Das finde ich zwar schade. Aber viele Mittel fließen in den Umbau des neuen Rathauses, damit muss man leben.“

Das neue Rathaus wird wie berichtet barrierefrei umgebaut. Auch ein Mehrzwecksaal wird errichtet. Frühestens Mitte bis Ende 2017 wird der Umbau beendet sein. Erst dann könne man sich laut Bürgermeister Wohlmuth etwas für den Bereich des alten Rathauses überlegen. „Es geht ja nicht nur um eine neue Straße und einen Gehsteig. Wahrscheinlich muss man 90 Prozent der Infrastruktur neu machen. Das war dort eines der ersten Kanalprojekte Ende der 70er-, Anfang der 80er-Jahre“, gibt Wohlmuth zu bedenken.

„Man kann nicht jetzt etwas machen, was man vielleicht in fünf Jahren wegreißen muss.“ Bürgermeister Franz Wohlmuth zur Zentrumgestaltung

Ein Projekt, das bald umgesetzt werden soll ist die Gestaltung des Kriegerparks. Damit beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe der Stadterneuerung. „Der Park soll attraktiver werden, vielleicht mit besseren Spaziermöglichkeiten und Bankerln. Das Ganze muss man sich aber auch mit dem Bundesdenkmalamt anschauen“, so Wohlmuth. Ein Thema in der Stadterneuerung ist auch die Mobilität: Bei den Radwegen soll es Verbesserungen geben. Auch der „Wadlpass“ soll wieder angeboten werden, um die Neulengbacher zum Umsteigen aufs Fahrrad zu motivieren. Dass das nicht so einfach ist, ist dem Ortschef klar: „Unser Ort ist einzigartig mit dem Hang. Aber für Alltagsradfahrer ist der Berg halt nicht so einladend.“