Erstellt am 17. November 2015, 04:53

von Renate Hinterndorfer

Zu viele Vorschriften: Wirten wird's zu bunt. Allergenverordnung, geplante Nährwerttabellen, Registrierkassenpflicht und die halbherzige Umsetzung des Rauchverbots sorgen in der Gastronomie für Verstimmung.

Manfred Rotheneder, Birgit Silberbauer, Franz Reither, Heribert Breitenecker, Stephan Teix und Inge Neumeier diskutierten über die neuen Vorschriften in der Gastronomie. Foto: rh  |  NOEN, Renate Hinterndorfer

„Irgendwann wird es zuviel“, sagt Stephan Teix. Er betreibt einen Biobauernhof und ein Lokal in Asperhofen. Dass es in der Gastronomie immer neue Regelungen und Vorschriften gibt, ärgert nicht nur ihn. Er möchte dagegen ankämpfen: „Und ich hoffe, dass viele mittun.“

„Die, die individuell kochen, zahlen drauf“

Am Mittwoch war Stephan Teix mit Kollegen aus der Region Wienerwald bei einer Schulung bezüglich Allergenverordnung. Sechs Stunden dauerte der verpflichtende Vortrag, 160 Euro kostete er. Dass der Referent gleich am Anfang meinte, man brauche das zwar nicht, müsse es aber machen, sorgte bei den Teilnehmern für Ärger.

„Mit der Zustimmung zur Allergenverordnung öffnen wir das Tor für industrielle Lebensmittel“, ist Teix überzeugt. Außerdem dürfe man den Menschen nicht jede Eigenverantwortung nehmen. Vor lauter Vorschriften komme man gar nicht mehr zum Kochen, sagt Heribert Breitenecker: „Die, die individuell kochen, zahlen drauf.“

Wenig Freude mit der Allergenverordnung hat auch Birgit Silberbauer, die das Büffet im Neulengbacher BORG betreibt. Die Kennzeichnung der verschiedenen Jausenweckerl sei äußerst aufwendig, für die wesentlichen Dinge bleibe keine Zeit. „Wenn ein Schüler eine Allergie hat, dann kann er sich bei mir melden und dann gehen wir individuell darauf ein. Wir sind Menschen und wir reden miteinander. “

Kritik: Kein Verlass auf die Wirtschaftskammer

Aber nicht nur das Thema Allergie bringt die Wirte in Rage. Auch die halbherzige Lösung mit dem Rauchverbot und die geplante Nährwerttabelle sorgen für Kritik. Und dann ist da noch die Registrierkassenpflicht: Eine Registrierkasse ist ab 1. Jänner 2016 verpflichtend für Betriebe mit einem Jahresumsatz von über 15.000 Euro. Ab 1. Jänner 2017 müssen alle Kassensysteme zusätzlich über einen Manipulationsschutz verfügen.

Das politische Hick-Hack habe zu lang gedauert, die Unternehmer seien viel zu spät informiert worden, auf die Wirtschaftskammer könne man sich nicht verlassen, wird kritisiert. Viele Unternehmer würden nicht wissen, welche Kassa sie wirklich benötigen.

All das ärgert viele Wirte. Manche wollen dagegen kämpfen. Zum Beispiel Stephan Teix: „Wenn wir immer sagen wir können eh nichts machen, dann wird sich nichts ändern. Bei der Allergenverordnung ist man über uns drüber gefahren. Jetzt geht es weiter mit Registrierkassa und Nährstofftabellen. Wir wollen ein Zeichen setzen, dass wir das so nicht wollen.“

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