Erstellt am 08. März 2016, 05:04

von Claudia Stöcklöcker

Zwist mit Bankberater: 79-Jähriger rastet aus. Weil Pensionist sich von Bankern betrogen fühlte, drohte er mit Blutbad. Im Prozess tobte er, Psychiater soll ihn nun begutachten.

 |  NOEN, APA (dpa)
Felsenfest ist ein 79-Jähriger aus dem Wienerwald davon überzeugt, dass Banker ihm sein Erspartes gestohlen haben. Den „diebischen Elstern“ wolle er das Handwerk legen, erklärte er. „Es wird ein Blutbad geben“, schrieb er in einem Brief an eine Bank und bedrohte Mitarbeiter der Filiale in Neulengbach mit Abstechen.

Wie berichtet saß der bereits einschlägig vorbestrafte Pensionist bereits vor zwei Wochen wegen gefährlicher Drohung vor Richterin Doris Wais Pfeffer. Damals wurde zur Einvernahme einer Bankerin vertagt.

Von Bedrohlichem erzählt diese nun im Prozess am Landesgericht St. Pölten.

„Am Anfang ist er nett, freundlich, dann schreit er. Einmal hat er einen Kollegen am Hemd gepackt, einen anderen als Hitler bezeichnet. Er sagt, dass der Verantwortliche sein Geld herausgeben solle, sonst steche er ihn ab. Er haut auf den Tisch, einmal ist mein Bildschirm umgefallen“, sagt die Zeugin.

Bankerin: „Ich fürchte mich immer noch“

Und: „Er behauptet, dass wir ihm Geld unterschlagen hätten. Wir haben ihm aber alle Dokumente zur Einsicht zur Verfügung gestellt, kein einziger Cent fehlt. Sein Konto wurde bereits gekündigt und er kommt trotzdem immer wieder. Ich fürchte mich immer noch.“

Geständig zu all dem ist der 79-Jährige nach wie vor nicht. Ein friedvoller Mensch sei er, erklärte er bereits bei seiner letzten Einvernahme. „Ich bin doch ein Lamperl“, meinte er damals und zeigt nun eine völlig andere Seite. „Vom Stehlen sagt sie nichts!“, brüllt er, tobt und lässt sich kaum beruhigen. Und meint: „Da wundert es mich nicht, wenn jemand zur Pistole greift und schießt!“

Der Prozess wird wieder vertagt. Ein Psychiater soll den Angeklagten begutachten.