Erstellt am 28. September 2015, 09:17

von Philipp Grabner und Tanja Barta

Ärger über Fahrplan. Nicht nur zahlreiche Pendler sind mit der Änderung der ÖBB unzufrieden, auch viele politische Vertreter üben Kritik.

Die Elektrifizierung der Strecke nach St. Pölten lässt wohl noch länger auf sich warten. Als Übergangslösung wird der Einsatz moderner Dieseltriebwagen (im Bild der »Desiro«) gefordert.  |  NOEN, ÖBB/Eisenberger

Am 13. Dezember tritt der neue Fahrplan der ÖBB in Kraft. Doch schon jetzt steigen viele Pendler auf die Barrikaden. Der neue Plan bringe für sie massive Verschlechterungen, viele sehen sich gezwungen, künftig auf das Auto umzusteigen. Direktverbindungen fallen weg, das Fahren wird umständlicher, kritisieren sie. „Ich pendle von Montag bis Freitag von meiner Wohnadresse Aspang nach Wien, mit dem neuen Plan wird es schwieriger, dorthin zu kommen“, meint ein Pendler zu den NÖN.

Auch eine andere Pendlerin schließt sich diesen Ausführungen an: „Ich werde ab Dezember mit dem PKW nach Wiener Neustadt pendeln, da ich mit den neuen Zügen leider meinen Dienst nicht rechtzeitig antreten kann!“

Auch die politischen Vertreter der Region haben sich mit den Änderungen auseinandergesetzt. „Die Situation für den ländlichen Raum, der ohnedies von Abwanderung bedroht ist, wird verschlechtert“, meinen Nationalrat Hans Rädler und Landtagsabgeordneter Hermann Hauer (beide ÖVP) in einer gemeinsamen Aussendung.

„Fahrzeit ist länger, Freizeit wird verkürzt!“

Auch die Situation für Familien würde sich verschlechtern, da durch den Wegfall von sechs abendlichen Direktverbindungen die Fahrzeit verlängert und die Freizeit verkürzt werde, so Rädler und Hauer weiter. Gemeinsam mit den Bürgermeistern der Buckligen Welt appellieren sie daher an die ÖBB, die geplanten Änderungen zu überdenken. Rädler will außerdem eine parlamentarische Anfrage an SPÖ-Verkehrsminister Alois Stöger stellen, Hauer wird ÖVP-Verkehrslandesrat Karl Wilfing einschalten.

Seitens der ÖBB reagiert man folgendermaßen auf die Kritik: „Wir bemühen uns, unser Verkehrsangebot weiter zu entwickeln und berücksichtigen nicht nur wirtschaftliche Gegebenheiten, sondern planen auch Pendlerströme und Anliegen der Gemeinden ein“, so Pressesprecher Christopher Seif. „Wir bitten um Verständnis, das Gesamtinteressen im Vordergrund stehen“, so Seif weiter.

Durch das geänderte Haltemuster bei direkten REX-Zügen komme es für Pendler zwischen Aspang und Wien zu geringfügig längeren Fahrzeiten, man ermögliche aber mit zusätzlichen Haltestellen mehr Personen den Zustieg in ihren Wohngemeinden. „Wir können versichern, dass die ÖBB Fahrplanänderungen ausschließlich in Absprache mit den Bestellern und unter Berücksichtigung der Betroffenheiten durchführt!“