Erstellt am 26. Februar 2016, 14:16

von NÖN Redaktion

Ärger über neues Neunkirchner Spital. Zweimal wurde ein Thernberger mit Kreuzschmerzen behandelt: Der Erfolg stellte sich nicht ein, am Ende fühlte er sich wie „hinausgeschmissen“ und „verarscht“.

Mit seinen beiden Aufenthalten im neuen Krankenhaus war Anton H. gar nicht zufrieden.  |  NOEN, Foto: NÖN
Gar nicht gut auf das neue Krankenhaus ist Anton H. zu sprechen. Der Thernberger hat bei seinen beiden Aufenthalten keine guten Erfahrungen gemacht: „Beschweren darf man sich nicht, sonst lässt man einem das spüren“, so der ehemalige Patient.

Begonnen hat der Leidensweg des Fleischhauers am 26. November. Bereits einige Tage an Kreuzschmerzen laborierend werden diese so schlimm, dass er sich schließlich mit der Rettung in das neue Krankenhaus bringen lässt. Dort wird er zwar ambulant infiltriert, aber mit der Empfehlung, eine MRT-Untersuchung machen zu lassen, trotz weiterhin starker Schmerzen nach Hause geschickt: „Ich konnte vor lauter Schmerzen kaum gehen und habe es überhaupt nicht verstanden, warum ich damals nicht gleich stationär aufgenommen wurde“, erinnert er bei seinem Besuch in der NÖN Redaktion.

Wieder zu Hause, vereinbart der 54-Jährige mit einem privaten Röntgeninstitut einen Termin für die vom Spital empfohlene Magnetresonanztomographie (MRT)-Untersuchung. Doch die Schmerzen werden immer schlimmer und am 7. Dezember wird Anton H. abermals mit der Rettung in das Neunkirchner Spital gebracht.

"Auf mich wurde vergessen"

Dieses Mal bleibt er stationär. Und bekommt auch gleich im Haus die Gelegenheit, die Magnetresonanz Tomographie (MRT) machen zu können. Dabei passiert allerdings ein Missgeschick: „Ich war schon beim Röntgen, aber dort wurde auf mich vergessen.“ Erst als er sich nach längerer Zeit des Wartens meldet, wird der Fehler entdeckt. Und vom Personal lautstark direkt vor ihm ausdiskutiert, was Anton H. sehr irritiert: „So etwas gehört doch bitte nicht vor dem Patienten ausdiskutiert. Das sollen die intern klären“, war ihm die Situation sichtlich unangenehm.

Mit der Diagnose einer Vorwölbung der Bandscheibe im Lendenwirbelbereich wird die stationäre Behandlung fortgesetzt. Der Patient erhält zur Schmerzlinderung zwei CT-gezielte Infiltration. Der gewünschte Erfolg bleibt jedoch aus, was er den Verantwortlichen auch mitteilt. „Völlig verblüfft war ich dann jedoch, als mich am Samstag eine Ärztin mehr oder weniger aus dem Spital hinauskomplimentierte.

"Da fühle ich mich verarscht“

„Sie hat gesagt, dass ich gehen kann und ich habe geantwortet, dass mir das ja kaum möglich ist“, so der Thernberger. Zur Antwort habe er bekommen, dass die Ärztin nicht zum Diskutieren da sei. „Ich habe mich wie rausgeschmissen gefühlt.“ Schließlich erhält er noch am selben Tag eine dritte CT-gezielte Infiltration und verlässt mehr oder weniger unfreiwillig das Krankenhaus.

„Ich war schon in einigen Krankenhäusern, aber so schlecht wie hier wurde ich noch nirgends behandelt. Wenn man sich beschwert, lässt man das einem spüren“, ist auch zwei Monate später sein Ärger kaum verraucht. Deswegen hat er seine Kritikpunkte auch dem Patientenombudsmann des Hauses mitgeteilt – eine Antwort blieb bis dato jedoch aus. „Da fühle ich mich erst recht verarscht!“

Die NÖN Neunkirchen hat die Verantwortlichen des Hauses zu dem Fall um eine ausführliche Stellungnahme gebeten. Dort ersucht man aber um Nachsicht, dass die genaue Prüfung der Vorwürfe eben auch dementsprechende Zeit benötige: „Das Landesklinikum Neunkirchen nimmt die Anliegen der Patientinnen und Patienten sehr ernst. Selbstverständlich sind wir auch um eine Klärung der Beschwerde von Herrn H. bemüht. Da wir die Vorwürfe auch hausintern sehr genau prüfen, und wo nötig Maßnahmen zur Verbesserung setzen möchten, bitten wir um Verständnis, dass eine Information im Einzelfall mehr Zeit in Anspruch nehmen kann“, so Pressesprecherin Irmgard Ebner.

Sobald alle Informationen gesammelt sind, werde man sich selbstverständlich umgehend mit Herrn H. in Verbindung setzen. Dem geht es in der Zwischenzeit übrigens besser: Er ließ sich in Wien eine neue Hüfte machen und sein Kreuzleiden gleich mitbehandeln.