Neunkirchen

Erstellt am 24. August 2016, 05:06

von NÖN Redaktion

Lehrling muss weiter auf Entgelt warten. Im ersten Halbjahr forderte die Bezirksstelle Neunkirchen für 54 Arbeitnehmer ausstehende Löhne und Gehälter ein.

Arbeiterkammer-Halbjahresbilanz im Bezirk Neunkirchen (v.l.) : Karin Matzinger vom AK-Rechtsschutzbüro NÖ Süd, Christian Fuchs (Bezirksstelle Neunkirchen) sowie Kammerrat Patrick Slacik.  |  Scheichel

„Leider haben es einige Arbeitgeber auf eine gerichtliche Auseinandersetzung ankommen lassen“, bedauert Christian Fuchs von der AK Neunkirchen im Rahmen der Halbjahresbilanz. 29 Fälle wurden dem AK-Rechtsschutzbüro Süd übertragen, das die Klagen beim Arbeitsgericht einbringt.

Auch ein Lehrling hat sich an die AK-Bezirksstelle in Neunkirchen gewandt, schildert Fuchs. Er bekam im letzten Lehrjahr plötzlich nur noch einen Teil seiner Lehrentschädigung ausbezahlt – und das stückchenweise und bar auf die Hand. Da sich der Lehrling eigentlich wohlfühlt und prinzipiell auch im Betrieb ein gutes persönliches Auskommen herrsche, suchte der junge Mann die AK-Bezirksstelle erst ein halbes Jahr nach Beginn der Zahlungsschwierigkeiten auf.

68.343 Euro an Entgeltnachzahlungen erreicht

Die AK-Experten handelten aber rasch. Der Lehrling wurde darauf hingewiesen, dass aufgrund der Verfallbestimmungen im Kollektivvertrag Hotel- und Gastgewerbe unbedingt schriftlich interveniert werden müsse. Weiters wurde dem Lehrling geraten, sich Gedanken zu machen, wie es weitergehen solle, wenn der Lehrberechtigte die Forderung nicht begleicht. Nachdem dies eintrat, löste der Lehrling das Lehrverhältnis seinerseits auf.

Fuchs erklärt: „Es handelt sich in dem Fall um eine Pflichtverletzung durch den Lehrberechtigten wegen Vorenthaltung des Entgeltes.“ Außerdem kommen noch finanzielle Ausstände für das letzte geleistete Lehrmonat sowie der Urlaubszuschuss und weitere Ansprüche in den Forderungsbetrag dazu. Bislang zeigt sich der Arbeitgeber jedoch zahlungsunwillig, weshalb der Fall mittels Gerichtsverfahren ausgestritten werden muss, so Fuchs.

Für die Arbeitnehmer des Bezirks Neunkirchen konnten im ersten Halbjahr insgesamt 68.343 Euro an Entgeltnachzahlungen erreicht werden. „Weiters wurden 697.530 Euro für 59 Arbeitnehmer aus 10 insolventen Betrieben gesichert“, ergänzt Fuchs.

Halbjahresbilanz

Arbeits- und Sozialrecht
Beratungen 836
Interventionen beim Arbeitgeber:  54
Kostenloser Rechtsschutz: 29
Außergerichtlich eingebracht:  41.090 Euro
Gerichtlich eingebracht:  27.2531 Euro
Insolvenzvertretung: 697.530 Euro
Gesamt 765.873 Euro