Aspang-Markt

Update am 11. August 2016, 03:31

von Philipp Grabner

Ein Leben im Dienst Gottes. Pfarrer Franz Kager aus Unter-Aspang beging seinen 80. Geburtstag. Im NÖN-Gespräch erzählt er über seine Schulzeit, seine Entscheidung, Priester zu werden und ob er diese bereut.

Pfarrer Franz Kager beging vor Kurzem seinen 80er. Mit der NÖN sprach er im Pfarrheim über sein Leben.  |  noen, Philipp Grabner

So ein 80er sei schön, meint Franz Kager. „Aber auch anstrengend“, sagt der Pfarrer aus Unter-Aspang lachend. Am 29. Juli beging der jung gebliebene Geistliche seinen „Runden“. Auf dem Küchentisch steht Mehlspeise – denn es würden fast täglich noch Gratulanten kommen, wie Kager meint.

Am 29. Juli 1936 wurde Franz Kager in Mönichkirchen geboren. „In den ehemaligen Amtsräumen der Post“, wie Kager ergänzt. An seine Kindheit hat er durchaus positive Erinnerungen – auch wenn er in Kriegszeiten aufwuchs. „Die Eltern waren schon christlich geprägt“, weiß Kager noch.

Am 11. April 1943 stand Franz Kager erstmals im Dienste der Kirche: Als Ministrant. „Ich hatte nur drei Katzensprünge zur Kirche, die war ja keine hundert Meter vom Haus entfernt“, erinnert sich der Pfarrer zurück – und nimmt einen Schluck von seinem Kirschsaft.

Im Jahr 1947 kam Kager für insgesamt acht Jahre ins Knabenseminar Hollabrunn. Ob er ein guter Schüler war? „Nein“, muss er lachen. „Ich war kein guter Schüler, ich musste mich sehr plagen, hab‘ mich vor dem Durchfallen gefürchtet!“ Seine Schwachstellen lagen vor allem in Latein und Mathematik. „Und trotzdem sind wir alle mit weißer Fahne gegangen“, muss der 80-jährige Pfarrer schmunzeln.

Noch immer im Kontakt mit Klassenkameraden

Nach wie vor hat Kager Kontakt zu seinen Klassenfreunden von damals. „Wir hatten eine sehr gute Gemeinschaft – die hält auch nach der Matura an!“

1960 wurde Kager schließlich zum Priester geweiht. Eine Entscheidung, die er bis heute keinesfalls bereut: „Weil ich schon immer Freude an Gott und den Menschen hatte!“

Seit seiner Priesterweihe sind einige Jahrzehnte vergangen. Jahrzehnte, in denen Franz Kager unter anderem in Göllersdorf, Leobendorf, Aspern und Ober-Aspang als Geistlicher aktiv war. Seit 1971 betreut er nun schon die Pfarre Unter-Aspang, zwei Jahre später folgte jene in St. Peter am Wechsel. „Interessant ist, dass ich in Unter-Aspang auch gefirmt wurde. Und zwar dort, wo jetzt meine Garage steht“, muss Kager lachen.

Ob er je an so etwas wie Ruhestand gedacht habe? „Die Leute sind mir positiv gesinnt, daher bleibe ich. Ich mache es einfach gerne“, meint Franz Kager mit einem zufriedenen Lächeln – und legt nach: „Klar, man hat das ein oder andere Wehwechen. Aber ich gehe noch, fahre noch selbst Auto“, erzählt er. Kager nimmt ein Stück Gugelhupf – und meint lachend zu seiner Haushälterin: „Und wenn der Verstand mal auslässt, dann musst du es mir halt einfach sagen...!“