Erstellt am 22. Oktober 2015, 05:57

von Tina Eder

„Wieso wird immer hier eingebrochen?“. Parfümerie-Besitzer Harald Schneeberger ist verzweifelt: Neun Mal wurde bei ihm bereits eingebrochen. Der Schaden ist enorm.

Die Parfümerie von Harald Schneeberger hat ihren Sitz schon seit vielen Jahren direkt an der Hauptstraße in Aspang-Markt.  |  NOEN, Foto: Philipp Grabner

Seit 50 Jahren ist eine Parfümerie in Aspang-Markt im Besitz der Familie Schneeberger. Doch seit ein paar Jahren wird diese immer wieder von Einbrechern heimgesucht.

Harald Schneeberger bringt dieser Einbruchstourismus zur Verzweiflung. „Neun Mal wurde bei uns bereits eingebrochen. Jedes Mal muss ich jede einzelne gestohlene Ware auflisten. Das wird dann von der Versicherung geprüft und einige Zeit später bezahlt“, so Schneeberger. Bis es zur Auszahlung kommt, vergehe jedoch immer einige Zeit, die er finanziell selbst überbrücken muss.

Täter können Schaden meistens nicht bezahlen

Von den Einbrechern selbst ist meistens nichts zu holen. Und auch die Prämie der Versicherung steigt immer weiter an. „Beim vorletzten Mal haben sie das Schloss aufgebrochen, die Zwischenwand aufgestemmt, die Türe aus der Verankerung gerissen und im Nebenraum die Waren zum Abtransport bereit gemacht. Weil Passanten vorbei gekommen sind, haben sich die Einbrecher erschreckt und den Rückzug angetreten“, erzählt Schneeberger.

Einer der Männer, die bei diesem Einbruchsversuch dabei gewesen ist, wurde am Mittwoch am Landesgericht Wiener Neustadt zu zwanzig Monaten Haft (nicht rechtskräftig) verurteilt. Der 38-jährige Rumäne gab als Tatmotiv Geldmangel an. Deshalb kann er auch dem Opfer nichts bezahlen. „Da ist wohl nichts zu holen“, ist ein Satz, den Schneeberger schon öfter gehört hat.

Beim letzten Einbruch zwei Wochen nach dem Einbruchsversuch erbeuteten die Täter mehrere zehntausend Euro. „Ohne die Hilfe meiner Familie hätten mich die Einbrüche schon in den finanziellen Ruin getrieben“, ärgert sich Schneeberger und hofft, in Zukunft verschont zu bleiben. „Dieses Listen schreiben, die Sanierungsarbeiten, die nach den Einbrüchen notwendig sind, sind sehr zeitaufwändig“, so Schneeberger.
Wieso sein Standort so interessant für Einbrecher sein dürfte, hängt mit seinen exklusiven Waren zusammen. „Bei uns bekommt man besondere Dinge“, erklärt Harald Schneeberger. Diese hätten einen hohen Wert, was sich bei den Einbrecher wohl herumgesprochen haben dürfte.