Erstellt am 13. April 2016, 05:34

von Elisabeth Kirchmeir

Auch Behörde betrogen?. Zwei Sozialpädagoginnen sollen eine Klientin zu etlichen Ladendiebstählen angestiftet haben. Außerdem dürften sie auch zu viele Betreuungsstunden verrechnet haben.

 |  NOEN, Richterin Karin Lückl versuchte, die Zahl der Betreuungsstunden zu eruieren. Foto: BVZ

Um 144.178 Euro zu viel soll eine 53-jährige Sozialpädagogin aus dem Bezirk Neunkirchen der Bezirkshauptmannschaft Mattersburg verrechnet haben. Auch eine 51-jährige Kollegin aus dem Bezirk Wr. Neustadt soll es so gehalten haben.

Beide Frauen werden verdächtigt, eine 33-jährige Klientin zu Diebstählen angestiftet zu haben. Jetzt mussten sich alle drei vor Gericht verantworten. Ins Rollen gebracht hatte den Fall die 33-jährige Klientin. Sie bekannte sich auch schuldig. Die angeklagten Sozialpädagoginnen waren nicht geständig. Vor Gericht schilderte die 33-Jährige, wie sie bei den Diebestouren für die Sozialpädagoginnen agieren musste. Die 53-Jährige sei mit ihr in Geschäfte gegangen, habe Waren aus dem Regal genommen und als Kennzeichnung zum Entwenden wieder unordentlich zurückgelegt.

Für die Betreuerin Parfum gestohlen?

Konkret berichtete die Ex-Klientin von gestohlenem Parfum, Stiefeln und Reinigungsprodukten für den Swimmingpool der Sozialpädagogin. Es geht um Delikte in den Bezirken Neunkirchen und Wr. Neustadt sowie in der SCS. Für die Mattersburger Bezirksbehörde war die 53-jährige Angeklagte bis 2014 tätig. In dieser Zeit soll sie zu viele Betreuungsstunden verrechnet haben. Darunter auch für die 33-Jährige. Insgesamt geht es um Schäden von 144.178 Euro.

Daneben erfüllte die Frau in einer Justizanstalt eine Dienstverpflichtung. Daraus hätten sich – „völlig illusorisch“, so die Staatsanwaltschaft – monatlich 400 Dienststunden ergeben. „Sämtliche verrechneten Stunden wurden erbracht“, erklärte der Verteidiger. Die ehemalige Klientin wolle seine Mandantinnen „wegen eines Vertrauensbruches vernichten.“

Als Zeugen wurden weitere Ex-Klienten vernommen. Eine junge Frau berichtete, dass sie mit der Sozialpädagogin shoppen war. Diese Stunden seien als „Freizeitpädagogik“ verrechnet worden. Richterin Karin Lückl versuchte wiederholt, herauszufinden, wie viele Betreuungsstunden erbracht wurden.
Der Prozess wurde nach Freispruch der Wiener Neustädter Angeklagten auf 3. Mai vertagt.