Erstellt am 13. Oktober 2016, 10:46

Läufer auf verschneiter Rax in lebensbedrohlicher Lage. Ein 39-jähriger Niederösterreicher ist Mittwochnachmittag nur mit Laufausrüstung auf den Gipfel der verschneiten Rax im steirisch-niederösterreichischen Grenzgebiet gerannt. Aufgrund starken Niederschlags und rund 30 Zentimeter Schnee verirrte sich der Mann aus dem Bezirk Neunkirchen.

Die Helfer mussten sich 300 Meter zu dem 39-Jährigen abseilen  |  APA (Archiv/EXPA/Groder)

Er setzte einen Notruf ab und musste bereits stark unterkühlt von den Bergrettern vom Fels abgeseilt werden. Der Bergläufer war nach der Arbeit gegen 15.30 Uhr vom Preinergscheid (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag) gestartet und hatte gegen 17.00 Uhr den Gipfel der 2.007 Meter hohen Rax erreicht. Dort herrschten tiefwinterliche Verhältnisse mit Schneetreiben und minus fünf Grad Celsius.

Der Mann wollte sich nicht lange am Berg aufhalten und lief gleich nach dem Erreichen des Gipfels wieder Richtung Tal. Er wollte die gleiche Route nehmen, verstieg sich aber wegen des Schnees. Er geriet auf die südseitigen Felsabbrüche und rutschte mehrmals einige Meter ab. Schließlich konnte er nicht mehr weiter und rief mit seinem Mobiltelefon die Einsatzkräfte.

Retter seilten sich 300 Meter ab

15 Kameraden der Bergrettung Mürzzuschlag sowie drei Beamte der Alpinpolizei Hochsteiermark stiegen bei den gefährlichen Verhältnissen auf und fanden den 39-Jährigen durch seine Hilferufe. Ein Zustieg zu ihm war jedoch unmöglich. Daher seilten sich die Retter etwa 300 Meter entlang der Felswände ab, was laut Gerhard Rieglthalner von der Alpinpolizei ein äußerst schwieriges Manöver war. Der Niederösterreicher konnte gefunden und bis zum Fuß der Felswand abgeseilt werden. Den restlichen Abstieg schaffte er selbst.

Da der Bergläufer ohne Rucksack oder zusätzliche Bekleidung vier Stunden in der Felswand auf seine Rettung warten musste, war er bereits stark unterkühlt und in einem lebensbedrohlichen Zustand, meinte Rieglthalner. Sogar eine knappe Stunde später habe er erst wieder 34 Grad Celsius Körpertemperatur gehabt. Der Beamte warnte Sportler davor, die Witterungsverhältnisse am Berg im Herbst nicht zu unterschätzen und zumindest eine Rucksack mit weiterer Kleidung für den Notfall mitzunehmen.