Erstellt am 30. Januar 2018, 05:00

von Brigitte Steinbock

Abscheuliche Vorfälle: Tochter jahrelang terrorisiert. Vater soll über Jahre die Tochter terrorisiert und zum Beischlaf im Beisein der Familie gezwungen haben. Die ausgesprochenen Haftstrafen sind nicht rechtskräftig.

Vor Geric ht bekannte sich der Hauptangeklagte als „nicht schuldig“.  |  Steinbock

„Beim Ansehen der kontradiktorischen Vernehmung dachte ich, so etwas kann es nicht geben“, so der Verteidiger jenes Mannes, der wegen Blutschande, fortgesetzter Gewaltausübung, Körperverletzung und Kuppelei angeklagt ist.

Tochter über Jahre hinweg terrorisiert

Der Mann soll über Jahre hinweg seine 1990 geborene Tochter terrorisiert haben – sie geschlagen, Gegenstände gegen ihren Körper geworfen und gezwungen haben, bei ihm im Bett zu schlafen. Einmal wurde der damals Jugendlichen von ihm das Bein so sehr verdreht, dass sie einen Liegegips tragen musste.

Die junge Frau durfte das Haus alleine nicht verlassen und auch keine Lehre beginnen. Außerdem soll er seine Tochter wiederholt zum Beischlaf verführt und gezwungen haben, auch sexuelle Handlungen bei ihrem Onkel und ihrer Mutter zu vollziehen. Seinem Kind gegenüber rechtfertigte sich der Angeklagte damit, dass er „Lebenskraft“ aus dem Akt mit ihr schöpfe.

Auch Onkel und Mutter angeklagt

Der Onkel und die Mutter saßen neben dem Vater auf der Anklagebank. Opfer-Anwältin Sylvia Rößler forderte für die erlittenen Qualen vorerst 6.000 Euro.

Während sich der Vater „nicht schuldig“ bekannte und laut Verteidiger von einer Intrige gegen ihn sprach, bekannten sich der Onkel und die Mutter vor Gericht unerwartet „teilweise schuldig“. Zuvor hatten sie die Taten so wie der Hauptangeklagte geleugnet.

Der Prozess wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit weitergeführt. Er endete mit drei Schuldsprüchen. Der Vater wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt, Mutter und Onkel zu zehn Monaten bedingt. Für sie wurde Bewährungshilfe angeordnet. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.