Erstellt am 01. März 2016, 05:34

Kellnerinnen über den Tisch gezogen. Nach Lokalübernahme wurden ohne Information die Dienstverträge geändert. Gericht sprach Schadenszahlung zu.

Kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld, keine Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, kein Dienstvertrag! Geradezu „anarchistische Zustände“ herrschten laut der Aussagen der Arbeiterkammer in einer Cafe-Bar im Bezirk. „Zudem wurde der Lohn täglich in bar ohne Abrechnung ausbezahlt“, erklärt Bezirksstellenleiter Gerhard Windbichler.

Begonnen hat das Malheur mit der Übernahme des Lokals durch die Schwester des ehemaligen Betreibers. Die zwei Kellnerinnen waren der Meinung, eins zu eins übernommen worden zu sein. Doch erst am Ende stellte sich heraus, dass sie im Zuge der Übernahme abgemeldet wurden, um mit 20 Wochenstunden wieder neu angemeldet zu werden.

Causa endete vor Gericht 

„Ohne je einen Dienstvertrag vorgelegt bekommen zu haben, gingen sie auch arbeiten, wenn sie krank waren, denn bei Krankenstand gab es kein Geld. Ebenso nicht, wenn sie sich freinahmen oder wenn die Weihnachtsremuneration fällig wurde“, so Windbichler.

Nachdem im Zuge von Umbauarbeiten das Lokal für zwei Wochen geschlossen wurde und das „Angebot“ der Chefin kam, die beiden Kellnerinnen könnten zwar mithelfen, bezahlt würden sie dafür jedoch nicht, kam es kurz darauf zur Trennung.

„Dann wurde in einem Fall die Dienstgeber- in eine Dienstnehmerkündigung umgewandelt sowie eine Dienstauflösung als einvernehmlich gemeldet, obwohl eine solche niemals unterschrieben wurde“, schildert Windbichler den Fall. Selbstredend, dass die Causa letztendlich vor Gericht endete. Wegen falscher Sonderzahlungen und fehlender Urlaubsersatzleistungen wurden den beiden Kellnerinnen rund 1.600 Euro und 860 Euro zugesprochen.