Erstellt am 24. November 2015, 05:48

von Tina Jedlicka

Pornografie in Wohnung. Ein 31-jähriger Mann aus dem Bezirk Neunkirchen soll in einer völlig verwahrlosten Wohnung 500.000 Pornos gehortet haben: Darunter auch über 100 mit Unmündigen.

Richter Gerald Grafl leitete den Prozess gegen den 32-Jährigen.  |  NOEN, Franz Baldauf

Mit Anzug kam ein 31-jähriger, gepflegt aussehender junger Mann am Donnerstag zu seinem Prozess am Landesgericht Wiener Neustadt. Der Vorwurf: Er soll mindestens ein Jahr lang Bilder mit kinderpornografischem Inhalt besessen haben. Damit nicht genug soll er diese auf einer Internetplattform auch anderen zur Verfügung gestellt haben.

„Ich habe lange überlegt, ob ich die Verteidigung übernehmen soll. Ich habe selbst ein Kind“, meinte der Rechtsanwalt des Angeklagten Gerhard Angeler zu Beginn der Verhandlung. „Ich konnte jedoch den Eindruck gewinnen, dass sich mein Mandant geändert hat und reumütig ist“, so Angeler weiter.
Damals, im Tatzeitraum, sei seine Wohnung in einem desolaten, schmutzigen Zustand gewesen. „Er hatte 500.000 legale Pornos gespeichert. 150 davon waren verdächtig, mit kinderpornografischem Inhalt zu sein, ohne das herunterspielen zu wollen“, erläuterte Angeler.

Angeklagter stellte sich selbst bei der Polizei

Sein Mandant habe sich selbst gestellt. Als er begonnen habe im Internet diese Dateien zu tauschen, habe er sich vor sich selbst erschreckt. „Er hat diese Dateien getauscht, um weiter auf dieser besagten Internetplattform bleiben zu können“, führte Angeler aus.

Seit Oktober 2014 befindet sich der Angeklagte laut eigener Aussage in einer therapeutischen Spezial-Behandlung. „Die Einsicht meines Mandanten ist da. Mehr Reumütigkeit als es bei ihm der Fall ist, gibt es kaum“, plädierte der Verteidiger schon vor dem eigentlichen Beweisverfahren für ein mildes Urteil.

Öffentlichkeit musste vor dem Saal warten

Die Aussage des Angeklagten fand hinter verschlossenen Türen statt, die Öffentlichkeit wurde ausgeschlossen, da es sich um die Intimsphäre des Angeklagten handelt. Der 31-Jährige wurde (nicht rechtskräftig) zu drei Monaten bedingt verurteilt.