Erstellt am 21. Juni 2016, 14:26

von APA/Red und Christian Feigl

Bus fuhr auf Lkw auf: Mehrere Verletzte. Mehrere Verletzte hat ein Unfall mit einem Reisebus Dienstagmittag auf der Südautobahn (A2) im Bereich Grimmenstein/Seebenstein gefordert.

 |  NOEN, Einsatzdoku/Lechner

Bei dem Aufprall auf den Sattelschlepper ist der Buslenker aus dem Fahrzeug geschleudert und schwer verletzt worden, berichtete NÖ Feuerwehrsprecher Franz Resperger.

Insgesamt waren 43 Personen in das Unglück verwickelt, nur sechs davon blieben unverletzt, vier von ihnen wurden schwer verletzt. Die Unfallopfer wurden in die Krankenhäuser Meidling, Mödling, Baden, Wiener Neustadt und Neunkirchen gebracht.

Der Bus aus Italien war auf einen Sattelschlepper, der mit Küchenrollen beladen war, mit nahezu ungebremster Geschwindigkeit aufgefahren. „Der Bus wurde dabei ziemlich ramponiert. Etwa zehn Personen blieben unverletzt“, informiert Rot Kreuz Einsatzleiter Walter Grashofer vom Unfallort NÖN-Online.

Der Autobus dürfte mit Passagieren aus Italien im Alter von 40 bis 50 Jahren nahezu voll besetzt gewesen sein. Der Chauffeur stammt aus Slowenien. Dem ÖAMTC zufolge wurde eine Schwerverletzte ins Krankenhaus WienerNeustadt geflogen, ein weiterer Patient ins UKH Wien-Meidling.

Probleme mit Rettungsgasse

Leider kam es bei der Bildung der Rettungsgasse wieder zu Problemen mit undisziplinierten Autofahrern, wodurch der Anfahrtsweg für die Einsatzkräfte erschwert wurde. Vom Roten Kreuz standen 60 Helfer im Einsatz (rund zwei Dutzend Rettungs- und Krankentransportwägen, vier Notarztteams), auch Feuerwehr und Polizei waren vor Ort.
 
Bei den Insassen dürfte es sich laut ersten Erkenntnissen um eine Pilgergruppe aus Italien handeln. Der Bus war auf dem Weg nach Polen und hätte heute Zwischenstopp in Bratislava machen sollen.

Warum der Bus auf den Sattelschlepper auffuhr ist noch Gegenstand der polizeilichen Erhebungen.
Laut Resperger wurde ein weiterer Hubschrauber nachbeordert.

Die Autobahn war in Fahrtrichtung Wien im Unfallbereich komplett gesperrt. Der Asfinag zufolge bildete sich ein fünf Kilometer langer Stau.

Steirischer Polizist als Ersthelfer

Ein Polizist ist unmittelbarer Augenzeuge des Busunfalls geworden. Der Beamte aus der Steiermark, der privat unterwegs war, betätigte sich sofort als Ersthelfer. Vorbildlich reagiert haben nach seinen Worten zwei Bundesheer-Angehörige, die sich in der Folge um ausgestiegene Passagiere kümmerten und diese in sichere Entfernung brachten.

Major Martin Peinsold hatte sich auf der Fahrspur neben dem aufgrund einer Stauung fast oder bereits ganz stehen gebliebenen Sattelschlepper befunden und die Warnblinkanlage seines Wagens eingeschaltet, als er im Rückspiegel den sich nähernden slowenischen Reisebus sah. "Ich dachte noch, das geht sich nicht mehr aus", als es auch schon krachte.

Er stieg sofort aus, gab sich als Polizist zu erkennen und ersuchte die vor ihm haltende Lenkerin, telefonisch Alarm zu schlagen, um sich unverzüglich selbst zum Unfallfahrzeug begeben zu können. Nach seinen Angaben war der Bei- und nicht der Busfahrer durch die Scheibe aus dem Bus geschleudert worden. Der Beamte brachte den kaum ansprechbaren Schwerverletzten in stabile Seitenlage, dann verschaffte er sich einen Überblick über die Situation im Inneren des Busses. Eine Frau sei eingeklemmt gewesen, eine andere habe hysterisch auf den Crash reagiert. Er fand eine Dame, die übersetzen und seine Anweisungen an die Reisenden weitergeben konnte, verwies der Polizist auf die Verständigungsschwierigkeiten.

Unmittelbar nach dem schweren Busunglück auf der Südautobahn kam es am Dienstagnachmittag zu einem weiteren folgenschweren Verkehrsunfall im Bezirk Neunkirchen: