Erstellt am 24. November 2015, 05:53

von Tina Jedlicka

Dealer sammelte trotz Verbots Waffen. 35-jähriger Neunkirchen handelte sich wegen des Verkaufs von Drogen Hausdurchsuchung ein: Waffensammlung gefunden!

Richterin Gertraud Eppich leitete das Verfahren gegen den 35-jährigen Dealer.  |  NOEN, Foto: NÖN

Ein 35-jähriger Neunkirchner musste sich wegen Drogenbesitzes und -weitergabe am Landesgericht Wiener Neustadt vor Richterin Gertraud Eppich verantworten.
Der Mann soll sich von September 2014 bis Mai 2015 als Dealer von Praxiten und anderen Medikamenten betätigt haben.

Prinzipiell bekannte sich der 35-Jährige schuldig. Doch bei den von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt angeklagten Mengen, die er erstanden aber auch verkauft haben soll, war er nicht ganz einverstanden.
Der Mann gab vor Gericht an, dass er die Tabletten in Wien auf der Straße erworben hätte und sie dann im Bezirk an fixe Kunden verkauft habe, um so seine eigenen Sucht zu finanzieren.

Neben den Drogen wurden zahlreiche Waffen in der Wohnung des Angeklagten sichergestellt: Eine Sammlung von Messern, Wurfsternen, eine Armbrust sowie ein Reizgasspray wurden da etwa entdeckt. Kleines Detail am Rand, der Angeklagte hat seit Jahren ein Waffenverbot. „Die gefundenen Sachen werden eingezogen“, erklärte Richterin Eppich dem Angeklagten, dass er diese nicht wieder bekommen werde.

„Habe schon in Jugend Waffen gesammelt“

„Ich habe schon in meiner Jugend Waffen gesammelt“, erzählte der Neunkirchner, als er von der Richterin gefragt wurde, warum er überhaupt so viele Waffen zuhause hatte. Der Prozess musste zunächst vertagt werden, da eine weitere Zeugin einvernommen werden sollte. „So können wir die Tablettenmengen besser bestimmen“, führte Richterin Eppich aus.

Am zweiten Verhandlungstag wurde die besagte Freundin einvernommen. Diese sollte über den Eigenkonsum des Angeklagten aussagen. Sie soll dabei allerdings nicht nur zugesehen haben, sondern auch selbst Drogenmissbrauch betrieben haben. Die Frau versuchte, sich an den Tatzeitraum zu erinnern. Richterin Eppich definierte mithilfe ihrer Beschreibungen die Verkaufsmengen des Angeklagten.

Der Angeklagte wurde schließlich zu sechs Monaten bedingt verurteilt und bekam eine Weisung eine Therapie zu machen. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft meldete Berufung wegen der Höhe der Strafe an.