Erstellt am 29. Dezember 2015, 05:03

Die zehn wichtigsten Ereignisse im Jahr 2015. Das Jahr 2015 war aus Sicht der Bezirksbürger, was Politik – mit Wahlen der Gemeinderäte und Bürgermeister, Wirtschaft und Gesellschaftliches betrifft recht spannend.

Foto des Jahres: Ein spektakulärer Zwischenfall auf den Gleisen der Schneebergbahn stoppt die Salamander-Züge. Eine Straßenwalze kommt in unwegsamen Gelände von der Strecke ab, holpert weiter über einen Abhang und stürzt vor den Gleiskörper der Zahnradbahn. An ein Weiterkommen der Bahn ist nicht mehr zu denken, die Aufregung ist enorm. Mehr als 200 Passagiere müssen von den Einsatzkräften zu Tal geleitet werden.  |  NOEN, www.einsatzdoku.at

Zahlreiche Stars begeistern auch heuer wieder zu Neujahr

In der Freizeitanlage Aspang-Höll laden die Mitglieder des Vereins „D‘Ganserlberger“ wieder zum Benefiz-„Neujahrsstadl“ mit vielen Stars ein. Der Reinerlös geht wie bisher jedes Jahr, an Bedürftige aus dem Bezirk. Obmann Herbert Hofer ist sich sicher, dass die prominenten Darsteller sich aus voller Überzeugung den Anliegen seines Vereins anschließen. Unzählige Besucherinnen und Besucher strömen in die Freizeitanlage in der Höll, und Organisator Hofer setzt auch ein Zeichen der Dankbarkeit an seine Frau Michaela, die sein Engagement stets mitträgt.
 

ÖVP-Stadtchef feiert Triumph

„Herbert, Herbert!“ schallt es immer wieder, als ÖVP-Stadtchef Herbert Osterbauer nach der Gemeinderatswahl in seinem Restaurant in Neunkirchen zur großen Siegesfeier eintrifft: Von Lebensgefährtin Ingrid gibt es das obligatorische Siegesbusserl, für die Gäste Erdäpfelgulasch und Bier. „Wir wollen auch in der Stunde des Triumphs bescheiden und demütig bleiben“, so der Bürgermeister. Verantwortlich für den Gewinn von drei Mandaten sieht er mehrere Faktoren: „Zum einen die enorme Wahlbewegung innerhalb der Partei in einer Form, wie ich sie noch nie erlebt habe.

Zum anderen der auf meine Person zugeschnittene Wahlkampf und mein Umgang mit den Leuten. Und drittens glaube ich, dass wir mit unserer guten Sacharbeit punkten!“ Schon in den kommenden Tagen will er die Weichen für die politische Zukunft stellen. Dass dieser Weg sicher gemeinsam mit den Grünen – beide halten jetzt bei 20 von 37 Mandaten – beschritten wird, daran besteht für ihn kein Zweifel: „Und ich hoffe auch, dass Martin Fasan an meiner Seite bleibt“, so sein klares Bekenntnis. Dennoch möchte er auch die anderen Parteien, allen voran die SPÖ, in die Koalitionsverhandlungen einbeziehen: „Ich glaube, dass eine breite Koalition gut für die Stadt wäre.“

Die Bürgermeisterwahl bringt der neue alte Stadtchef rasch über die Runden.
 

Das Wunder vom Schneeberg: In einer Lawine überlebt

Gut 50 Mal ist er die Abfahrt am Schneeberg schon gefahren. Auch an diesem Tag entscheidet sich Franz Hausmann, der mit seiner Lebensgefährtin Eva wieder einmal zum Skitourengehen aufbricht, diesen Weg ins Tal zu nehmen. Während seine Partnerin in der Fischerhütte auf ihn wartet, setzt er die ersten Schwünge in der „kleinen Variante“ beim Hoyosgraben am Bergriesen.

Nach fünf Schwüngen stoppt er, wie schon so oft zuvor, sieht sich die Spur an, denn daran kann man sehen, ob die Schneedecke den Schwung aushält. Mit einem guten Gefühl fährt er weiter, nach drei weiteren Schwüngen löst er die Lawine aus. „Ich hab gesehen, dass ich schon mittendrin bin“, analysiert er die Situation „und ich hab mich mehr vor dem Absturz gefürchtet, dass ich irgendwo dagegen falle...“

Am Anfang kann er seine Lage etwas steuern, obwohl ihm die rutschenden Schneemassen die Beine mit den Skiern einfach wegziehen. Irgendwann ist er dann in einer Schneewolke gefangen, kann sich aber so weit orientieren, dass er weiß, wo er ist: „Nach 50 Metern komme ich zu einem Forstweg, ich weiß, unterhalb davon sind kleine Fichten, die werden mich aufhalten.“

Und so ist es dann auch. Als die Lawine zum Stillstand kommt, folgt die Erkenntnis: „Ich habe geglaubt, ich werde aufgehalten, mach zwei Zappler und bin wieder frei.“ Dabei ist er einen Meter tief im Schnee gefangen. „Ich halte die Hand vors Gesicht zum Schutz. So habe ich eine Luftblase.“ Wie lange er in der Tiefe der Schneemassen noch bei Bewusstsein ist, kann er nicht mehr sagen. Erst im Wiener AKH kommt er wieder zu sich, ist gerettet.
 

Legende im Naturbahn Rodelsport stattet Alpin-Skisport Besuch ab

Er ist nicht nur beim Rodeln immer vorne mit dabei. Nik Wagner, Pressesprecher des RC Pinguin Payerbach, ist jetzt beim Skiweltcup der Herren in Krajnska Gora zu Gast.

„Es war ein perfektes Event“, fasst Nik Wagner seinen Besuch beim Weltcup zusammen. Neben Marcel Hirscher kann er sogar ein Foto mit dem Tagessieger Alexis Pinterault und dem Deutschen Felix Neureuther machen. Das nächste Highlight für den Payerbacher steht aber schon bevor: „Da ich derzeit in Kärnten weile, werde ich auch beim Skifliegen in Planica akkreditiert sein.“
 

Hund stürzt in Jauchegrube

Hund Cara stürzt in eine Jauchengrube in Loipersbach und droht dort zu ertrinken. Bereits länger als einen Tag ist der Jagdhund von Franz Seiser aus Natschbach-Loipersbach abgängig, als „Cara“ durch ein Winseln am Nachbargrundstück auf ihre missliche Lage aufmerksam macht. Bei einem neugierigen Abstecher zum Nachbarn wird der Hündin eine offene Jauchengrube zum Verhängnis.

„Drei Meter stürzt sie hinunter, es schaut gerade einmal noch der Kopf aus der Jauche“, erinnert sich ihr Besitzer. Die Freiwillige Feuerwehr bereitet der nicht alltäglichen Geschichte dann doch noch ein Happy End und birgt den acht Jahre alten Hund mit schwerem Atemschutz. „Gott sei Dank Glück im Unglück, aber ganz hat sie den Vorfall noch nicht verdaut“, erzählt Seiser.
 

Müller und Lidl im NSW-Gelände

Diese Nachricht schlägt in der Neunkirchner Geschäftswelt wie eine Bombe ein. Schon im kommenden Jahr werden sich der deutsche Drogerieriese Müller und Lebensmitteldiskonter Lidl mit großen Niederlassungen am ehemaligen NSW-Gelände, direkt neben dem Panoramapark, ansiedeln.

Die H. Seiser Beteiligungs- und Management GmbH hat seit drei Jahren an der Realisierung dieses Projekts gearbeitet: „Eine beabsichtigte Erweiterung bzw. die zweite Baustufe des Panoramaparks kann aufgrund der zu geringen Grundstücksgröße nicht realisiert werden. Ziel ist es daher, zu den bestehenden Geschäften im Panoramapark weitere Schwerpunkte zu setzen, die das Angebot verbessern, ohne den Spielraum für Entwicklungen in der Innenstadt einzuschränken“, erklärt Mastermind Architekt Heinz Seiser im Gespräch mit der NÖN.
 

Absturz einer Zweierseilschaft

Zu dramatischen Szenen kommt es im Juli bei der Preinerwand auf der Rax. Wanderer beobachten den Absturz einer Zweierseilschaft und alarmieren sofort die Einsatzkräfte. Und obwohl die rasch zur Stelle sind, gibt es für die beiden Tschechen im Alter von 28 und 37 Jahren keine Rettung mehr.

Einer der beiden stirbt in den Armen der Hilfskräfte. Er spricht sogar noch, aber es ist klar, dass es keine Hilfe mehr gibt. Auch die beiden Ersthelfer, die das Unglück beobachtet haben, müssen vom Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes versorgt werd
 

Karl Merkatz als Star im "Blunzenkönig"

Karl Merkatz ist der Star des österreichischen Films „Der Blunzenkönig“, der Ende August in die heimischen Kinos kommt. Die wahren Meister der Blutwurst – die niederösterreichischen Fleischhauer – unterstützen den heimischen Film, auch Neunkirchens Fleischermeister Wolfgang Seidl hat dabei Einiges zu sagen. Am 27. August kommt nämlich der im Vorfeld umjubelte Film „Der Blunzenkönig“ in die Kinos – mit dabei Kultschauspieler Karl Merkatz und die älteste Wurstsorte: Die Blunzen. Neunkirchens Fleischermeister Wolfgang Seidl steht für das Projekt mit Rat und Tat zur Seite.
 

Im Bezirk ist Antonia Gruber eine Legende

Denn mit der 101-jährigen Reichenauerin setzt man einen Berg in Verbindung – die Rax. „Toni“ Gruber verbringt noch einen ganz besonderen Tag in ihrem erlebnisreichen Leben. Mit der Bergrettung Reichenau fährt die 101-Jährige, die im Gloggnitzer Altersheim lebt, auf die Rax. Schon seit ihrer Kindheit ist Gruber gern auf dem Berg. „Wir haben sogar einmal auf der Rax gewohnt“, erzählt Sohn Harald Gruber. Dort hat Antonia Gruber sogar eine Skischule betrieben. „Im Ottohaus haben wir gelebt“, erinnert sich Gruber zurück.

Aber nicht nur auf den Skiern ist die begeisterte Wanderin immer gut unterwegs. „Sie ist 33 Jahre Schwimmlehrerin“, so ihr Sohn weiter. Doch die größte Leidenschaft sind die Berge. Nicht nur in Österreich geht Gruber gerne auf Wandertouren. Sie erobert auch international einige Gipfel. Doch der liebste Berg ist ihr dann doch die Rax. „Früher habe ich oben gearbeitet, jetzt gehe ich spazieren“, so die fitte Pensionistin. Was sie so am Wandern begeistert, kann Gruber leicht beantworten: „Es ist einfach nur schön!“
 

Semmering-Tunnel schnell frei

Nach dem Zugsunglück im Semmering-Tunnel ist die Strecke viel früher wieder frei. Die umfangreichen Reparaturen können früher, als angenommen beendet werden. Schnell wie ein D-Zug sind die Aufräumarbeiten nach dem schweren Zugunglück im Pollereswand-Tunnel beendet. Rechtzeitig vor dem Fahrplanwechsel ist Mitte Dezember alles auf Schiene und der Betrieb störungsfrei.
 

Zitate des Jahres

„Ich finde die Beleuchtung am Neunkirchner Hauptplatz selbst furchtbar. So wollten wir das sicher nicht!“
Der dafür zuständige ÖVP-Stadtrat Armin Zwazl zur Weihnachtsbeleuchtung – die Causa Prima – in Neunkirchen.

„Die Erhöhungen der Gebühren in der Bezirkshautstadt sind in einem unverfrorenen Ausmaß und nicht
einmal eine Diskussion wert!“
SPÖ-Stadtrat Günther Kautz zu den geplanten Gebührenerhöhungen.

„Es gibt tausend Möglichkeiten. Wir versuchen, im Moment herauszufinden, was genau der Grund für die neuerliche Verschmutzung unseres Trinkwassers ist!“
Pro-Payerbach Bürgermeister Edi Rettenbacher über die wiederholte Trinkwasserverschmutzung im Ort.

„Ein IS-Terrorist, der nach Neunkirchen kommt, muss ja eigentlich ein Volltrottel sein, kann er sich doch in Syrien austoben!“
Autorin Livia Klingl versucht, Ängste im Publikum zu nehmen.

„Als ich gesehen habe, dass der Bedarf an Büchern für Kinder in Traiskirchen sehr groß war, ist mir eben diese Idee gekommen ein Kinderbuch für sie zu schreiben.“
Anna Moser aus Küb schuf Bilderlesebücher für die Kleinen.

 


2015 nahmen wir Abschied von ...

... Ludwig Kamlander (88) alias „Lutz Landers“ ist tot. Der Schauspieler verbrachte drei Jahrzehnte seines Lebens in Mönichkirchen, war als Charmeur und Weltmann bekannt. Besonders bei den Damen. Geboren wurde Ludwig Kamlander im Jahr 1927 in Salzburg, die letzten drei Jahrzehnte verbrachte der spätere Chemiker jedoch im Bezirk – anfangs nur am Wochenende, später zog es ihn ganz nach Mönichkirchen.


... Fritz Pruggmayer sen. aus Peisching. In den letzten Monaten ist es ruhig geworden, um den pensionierten Unternehmer. Gesundheitliche Probleme ließen ihn leiser treten. „Weihnachten werde ich noch auf Kur verbringen, aber dan geht es wieder nach Hause“, sagt er noch optimistisch. Doch das Schicksal will es Mitte Jänner anders: „Er hat schon die Tasche für die Kur auf der Laßnitzhöhe gepackt. Doch am letzten Tag reißt ihm die Hauptschlagader. Einmal hat er das überlebt, dieses Mal nicht mehr“, erinnert sich Sohn Fritz.

... Gerhard Hadl. Der beliebte Heurigenwirt aus St. Egyden-Gerasdorf ist tot. Schock und Trauer herrschen in der Katastralgemeinde Gerasdorf aber auch in der gesamten Region. Der Schock sitzt den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr noch in den Gliedern. Der Unfall passiert am 8. März auf der Landstraße zwischen Dörfles und Urschendorf. Dort kracht der Heurigenwirt mit seinem Kleintransporter frontal gegen einen Baum. Der Notarzt versucht zwar noch, den 55-Jährigen zu reanimieren, doch die Bemühungen sind leider vergeblich.

... Franz Kaltenbacher gilt als exzellenter Freizeitsportler. Eine Tragödie ist im April das Gesprächsthema in der Stadt Ternitz: Franz Kaltenbacher, ein bekannter Mann und exzellenter Freizeitsportler, kehrt von einem Mountainbikeausflug auf die Flatzer Wand nicht mehr zurück: Er verstirbt vor den Augen seines Sohnes und des Enkelkinds.

... Rosa Sebesta, mit 102 Jahren die älteste Neunkirchnerin, und Mitbegründerin des Roten Kreuzes der Stadt, ist tot. Sie stirbt Mitte Jänner. Noch im Sommer des Vorjahres feiert sie ihren 101. Geburtstag. Damals zwar bereits im Landespflegeheim, aber in rüstigem Zustand.

... Bert Eigner. Der Neunkirchner Schneidermeister, der als Modezar bekannt ist, stirbt Mitte Dezember nach schwerem Leiden im 59. Lebensjahr. Eine schwere Krebserkrankung, die er bis zum Schluss geduldig erträgt, wirft in wenigen Monaten alles aus den Fugen.