Edlitz

Erstellt am 26. August 2016, 05:41

von Philipp Grabner

Gemeinden beraten über Freibad-Zukunft. Marktgemeinde lud zu Info-Veranstaltung. Thema war die Erhaltung des Schwimmbades und wie diese gelingen kann.

ÖVP-Bgm. Engelbert Pichler aus Grimmenstein: „Alle Möglichkeiten diskutieren!“  |  Grabner

Dass sich immer mehr Freibäder in österreichischen Gemeinden finanziell nicht mehr über Wasser halten können, machte österreichweit Schlagzeilen. Auch in der Marktgemeinde Edlitz wird nun ganz offen über die Zukunft des Schwimmbades debattiert.

ÖVP-Jugendgemeinderat Thomas Ernst aus Edlitz: „Bad ist ein wichtiges Angebot!“  |  Grabner

Auf Initiative der Marktgemeinde – an vorderster Front ÖVP-Jugendgemeinderat und Parteiobmann Thomas Ernst – wurde ein Informationsabend veranstaltet, bei dem die derzeitige Situation des Bades Thema war. „Aufgrund des Alters wesentlicher Teile der Anlage treten bereits einige Probleme auf“, meint Ernst zur NÖN.

So müsse die Kunststofffolie immer wieder geflickt werden, zudem musste heuer aufgrund eines Wasserverlustes Frischwasser zugeführt werden, um den Betrieb aufrecht erhalten zu können. Kurz zusammengefasst: Eine Generalsanierung wäre notwendig, doch nicht leistbar. „Wir wollen das Freibad jedoch unbedingt erhalten, weil es ein wichtiges Angebot vor allem für Jugendliche und Familien mit kleinen Kindern darstellt“, so Ernst. Viele Menschen würden an dem Bad hängen und wären enttäuscht, müsste man es schließen.

Schaffung eines Vereins nötig

Zur Info-Veranstaltung erschienen mehr als 50 Personen, so Ernst: „Die Besucher zeigten Verständnis für die schwierige Lage!“ Ernst legte seinen Plan vor, um die Erhaltung des Bades zu gewährleisten: Dieser Plan sieht sowohl die gemeinsame Finanzierung des Projektes durch mindestens drei Gemeinden vor, zudem die Gewährung diverser Finanzmittel, Senkung der Kosten durch Eigenmittel und Begrenzung des laufenden Defizits. ÖVP-Obmann Ernst: „Im Laufe der Diskussion haben sich viele bereit erklärt, die Gemeinden zu unterstützen, etwa bei Spendensammlungen oder Benefizveranstaltungen.“

Den Erhalt des Schwimmbades würde auch Engelbert Pichler, ÖVP-Bürgermeister in Grimmenstein begrüßen: „Aber es muss in einem leistbaren Level sein. Wir sind nun am Beginn der Diskussionen“, so der Ortschef. „Ich nehme als Beispiel einen Tennisverein, wo auch alle mitarbeiten müssen“, denkt er über eine Lösung nach.

Sein Bürgermeisterkollege Engelbert Ringhofer (ÖVP) aus Thomasberg meint: „Die Schaffung eines Vereins wird die einzige Möglichkeit sein. Die Unterstützung der Gemeinden alleine wird nicht ausreichen!“

Hintergrund:

Das Edlitzer Freibad.
Das Schwimmbad besteht seit mehreren Jahrzehnten und wurde in den 60ern und 70ern von einem Verein schrittweise errichtet und betrieben. Später übernahmen es die Gemeinden. Die Gemeinde Edlitz betreibt das Bad und teilt die anfallenden Kosten, insbesondere das aus dem Betrieb erwachsene Defizit mit der Gemeinde Thomasberg.

Alter der Anlage.
1980 wurde die Anlage erneuert und auf den heute noch bestehenden Stand gebracht. Das Becken und die Pumpanlagen sind 36 Jahre alt. Nun treten zahlreiche altersbedingte Probleme auf. Eine Generalsanierung wird von Jahr zu Jahr dringender, wie ÖVP-Chef Thomas Ernst meint.

Kosten einer Sanierung. 
Eine Generalsanierung würde laut Schätzungen zwischen 450.000 Euro und 850.000 Euro (je nach Ausführung) kosten. Ein Betrag, der finanziell von der Gemeinde nicht gestemmt werden kann. „Die Gemeinde kann das nicht aufbringen, da wir als Abgangsgemeinde bereits zur Deckung unseres ordentlichen Haushalts zusätzliche Finanzmittel vom Land benötigen. Für außerordentliche Projekte bekommen wir Finanzmittel, nur sofern diese der Erfüllung von Pflichtaufgaben der Gemeinde dienen“, skizziert Thomas Ernst. Da dies jedoch nicht der Fall ist (ein Freibad ist ein freiwilliges Angebot), ist mit keinen zusätzlichen Finanzspritzen zu rechnen.