Erstellt am 19. April 2016, 05:34

von Gerhard Brandtner

Ein „Pickerl-Krimi“. Ein Konkurrent soll aus Rache mit manipulierten Autos den Gloggnitzer Unternehmer in Misskredit gebracht haben.

Ein beschädigtes Pickerl sollte rasch ausgetauscht werden, sonst drohen Strafen  |  NOEN, ÖAMTC

Wie ein Krimi liest sich, was Edwin Sagmeister widerfahren ist. Seit Jahren führt er erfolgreich eine Kfz-Werkstätte in Gloggnitz. Ein Vorfall aus Dezember 2015 verfolgt ihn bis heute. „Damals machte ein Herr Mayer einen Termin für die Pickerlüberprüfung. Er kam mit einem Dreier-Golf mit blauem Taferl“, erinnert sich Sagmeister, der ob des Zustandes kein Pickerl geben konnte.

Zwei Termine später war der Golf dann soweit in Ordnung, dass es die Plakette gab. „Herr Mayer drängte aufs Pickerl, da das Fahrzeug ein Geschenk werden sollte, er selbst aber nach Thailand flöge.“

"Mann wollte sich rächen"

Anfang Jänner 2016 sah sich der Unternehmer mit einer Anzeige konfrontiert. „Noch am 24. Dezember wurde ich angezeigt, da das Auto in Wr. Neustadt und Baden kein Pickerl bekam“, so Sagmeister. Ihm wurde nicht nur eine Verfehlung als Prüfer vorgeworfen, auch von Schmiergeld-Forderung war die Rede. Es folgten Einvernahmen durch die Behörde. In einer Steinfeld-Gemeinde konnte Sagmeister den Verursacher für die Anschuldigungen ausmachen.

„Der Mann hat mit zwei Fahrzeugen gearbeitet und diese manipuliert“, weiß Sagmeister heute und weiter „wegen eines, Jahre zurückliegenden, Vorfalles wollte er sich wohl rächen.“ Die Vorwürfe ließ der Gloggnitzer nicht auf sich sitzen.

Während das Verfahren gegen ihn eingestellt worden ist, klagte Sagmeister vor dem Landesgericht Wiener Neustadt. In erster Instanz gewann Sagmeister, jetzt hat der Beklagte allerdings berufen. „Unser Betrieb lief und läuft aber ohne Einschränkungen und natürlich haben wir auch nie die Berechtigung für die Pickerl-Überprüfung verloren“, stellt Sagmeister klar.