Erstellt am 12. April 2017, 17:29

Tierwohl in Gefahr: Metallsplitter von Dosen im Futter. Seit einigen Jahren bereiten achtlos weggeworfene Aludosen den Bauern Kopfzerbrechen, denn das Leichtmetall landet häufig im Tierfutter und stellt somit eine große Gefahr für die Kühe sowie andere Wiederkäuer dar.

Die Personen v. l.: Schüler Markus Brandstetter, Hans Rigler, Bildungs-Landesrätin Barbara Schwarz und Schüler Bernhard Kilian im Schulstall an der Landwirtschaftlichen Fachschule Warth.  |  Usercontent, Jürgen Mück

„Bei der Heuernte gelangen die Dosen in das Futter, denn für den Bauer sind sie beim Grasschnitt kaum zu erkennen. Durch das Häckseln werden die Dosen zu gefährlichen Metallsplittern zerkleinert, die über das Futter bzw. die Silage in den Kuhmagen gelangen und hier lebensgefährliche innere Verletzungen verursachen können“, erklärt Rinderzuchtexperte Ing. Hans Rigler von der Fachschule Warth. „Im Schulstall haben wir bereits zwei Todesfälle von Kühen aufgrund der zersplitterten Dosen zu beklagen, was für uns Anlass zum Handeln ist“, so Rigler.

Initiative für fachgerechte Entsorgung von Aludosen

Bildungs-Landesrätin Mag. Barbara Schwarz unterstützt die Initiative der Landwirtschaftsschulen die Gefahren von weggeworfenen Aludosen auf Weiden und Äckern aufzuzeigen. „Die Leute sind sich meist nicht bewusst, dass die weggeworfenen Aludosen eine Gefahr für Kühe sind. Die Landwirtschaftsschulen setzten daher auf Bewusstseinsbildung und zeigen die Gefahren für die Rinder auf. Denn Tierleid und sogar der Tod von Wiederkäuern können die Folgen sein“, so Schwarz.

„Die Rinderzucht bildet das Rückgrat der österreichischen Landwirtschaft, wozu leistungsstarke sowie gesunde und robuste Tiere notwendig sind, die von fachlich kompetenten Bäuerinnen und Bauern betreut werden“, so Schwarz. Österreichweit werden von rund 62.000 Landwirten knapp 2 Mio. Rinder gehalten. Davon sind rund 535.000 Tiere Milchkühe. Niederösterreich verfügt über ca. 447.000 Rinder, wovon rund 105.000 Milchkühe sind.

- Artikel von Jürgen Mück