Erstellt am 14. Mai 2016, 07:40

von Andreas Fussi

Fassungslosigkeit nach tödlichem Arbeitsunfall. Einen Tag nach dem tragischen Arbeitsunfall stehen die Mitarbeiter der Firma Schoeller-Bleckmann Edelstahlrohr GmbH (SBER) in Ternitz noch unter Schock.

Franz Scopez  |  NOEN, privat
Der genau Unfallhergang wird noch genau geprüft. Fakt ist bislang nur, dass der verunglückte Mitarbeiter Franz Skopez (57) über Auftrag des Vorarbeiters Instandhaltungsarbeiten an einer Stahlpresse durchgeführt hatte, als ein anderer Mitarbeiter gegen 5.15 Uhr die Maschine in Gang gesetzt haben dürfte, ohne zu sehen, dass der Kollege gerade am Werken war. Der 57-jährige wurde eingeklemmt und erlitt tödliche Verletzungen. Warum der andere Mitarbeiter die Presse in Betrieb genommen hatte, ist Gegenstand der Ermittlungen.

Das zuständige Arbeitsinspektorat wurde den Erhebungen beigezogen. Von der Steuerungswarte, von wo aus die Maschine eingeschaltet wurde, ist nicht einsehbar, wenn jemand an der Presse Reparaturen durchführt.  Der Mann stand unter Schock und musste gemeinsam mit anderen Kollegen, die zum Schichtwechsel antreten wollten, vom Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes betreut werden.

Der Betrieb wurde eingestellt, um sich ein klareres Bild von der Situation zu machen. Geschäftsführer Werner Horvath ist fassungslos über das Unglück: „Schlimmer geht es gar nicht!“ Es ist der schwerste Unfall in der Geschichte des Betriebs, in dem das Thema Sicherheit an und für sich Priorität habe. Generell konnten in letzter Zeit die Anzahl an Arbeitsunfällen im Edelstahlrohrwerk stark reduziert werden – von 70 im Jahre 2012  auf nur mehr 25 im Vorjahr, informiert Horvath, der seit 2013 die Gesamtverantwortung für die SBER inne hat. „Wie die Realität zeigt, sind wir aber noch entfernt davon, dass nichts passieren kann“, so der Betriebsleiter.