Erstellt am 04. Dezember 2015, 05:03

von Tina Jedlicka

Feuerwehrmann als Zündler & Löscher. Sechsmal betätigte sich ein junger Floriani im Bezirk Neunkirchen als Brandstifter. Sein Motiv: Er wollte Aufmerksamkeit.

 |  NOEN, Franz Baldauf

Ein junger, arbeitsloser, ehemaliger Floriani musste am Landesgericht Wiener Neustadt auf der Anklagebank Platz nehmen. Gleich sechsmal soll er als Brandstifter aktiv gewesen sein. Immer wieder legte er in der Nähe einer Straße Brände. Danach fuhr er in ein Gasthaus und wartete auf den Einsatzbefehl, um das Feuer löschen zu können, das er zuvor gelegt hatte.

„Warum?“, fragte Richter Gerald Grafl den Angeklagten nach seinen Beweggründen für die Taten. „Ich wurde in der Firma gemobbt. Ich war in einer Baustofffirma in Neunkirchen tätig und hatte Probleme in meinem Team. Da ich aber noch nicht so lange dabei war, habe ich mich nicht getraut, mit meinem Chef darüber zu sprechen“, erklärte der junge Mann mit gesenktem Kopf.

Generell sei er einer, der immer alles in sich hinein fresse. „Ich habe schon Freunde und einen guten familiären Rückhalt. Aber ich habe das niemandem erzählt“, sagte er. Als er aus seiner kurzen Untersuchungshaft entlassen wurde, bekam er eine Bewährungshelferin. Diese schwärmte von ihrem „Schützling“ in den höchsten Tönen. Er sei zuverlässig, ernsthaft bemüht, einen Job zu finden und nütze die Zeit mit ihr, um sich seine Probleme von der Seele zu reden.

Waldbesitzern wurde Schaden bezahlt

Der Angeklagte beteuerte, dass er die Taten zutiefst bereue und einsehe, wie dumm sein Verhalten gewesen sei. Den Schaden, der den Waldbesitzern durch die Brandstiftungen entstanden sei, habe er bereits bezahlt. „Es tut mir wirklich leid“, meinte er und bat um ein mildes Urteil. „Wie können Sie sicher sein, dass so etwas nicht mehr passiert?“, fragte die beisitzende Richterin Theresa Scherrer. „Ich werde in Zukunft mit meinen Eltern und Freunden über Probleme reden.“ Er wurde nicht rechtskräftig zu 18 Monaten bedingt verurteilt.