Neunkirchen

Erstellt am 11. Juli 2016, 08:54

Auf den Spuren der Stachelschweine. An der Flatzer Wand finden Grabungen des Städtischen Museums Neunkirchen und des Instituts für Paläontologie der Universität Wien statt.

Kustos Mag. Benedikt Wallner, Bildungs-Stadträtin Barbara Kunesch, Bürgermeister KommR Herbert Osterbauer, Karlheinz Dinhobl, Kustos Hannes Schiel, Dr. Michael Brandl, Prof. Gernot Rabeneder und Studentinnen der Paläontologie (v.l.n.r.). Foto: Stadtgemeinde Neunkirchen  |  Stadtgemeinde Neunkirchen

Seit 4. Juli erkundet ein Team des Städtischen Museums Neunkirchen um die Kustoden Mag. Benedikt Wallner und Hannes Schiel, BA, und des Instituts für Paläontologie der Universität Wien unter der Grabungsleitung von Prof. Gernot Rabeder und Mag. Christine Frischauf Höhlen auf der Flatzer Wand. Archäologisch betreut wird die wissenschaftliche Grabung von Dr. Michael Brandl.

Eine Neubefundung der vorhandenen Exponate des Städtischen Museums Neunkirchen hatte ergeben, dass die meisten Funde wesentlich älter sind als bisher angenommen. Außerdem wurden Fraßspuren und der Unterkiefer eines fossilen Stachelschweins (Hystrix vinogradov) identifiziert – ein solcher Fund aus NÖ war bislang unbekannt. Ziel der Grabungen ist es, zu überprüfen, ob hier noch weitere Fossilien zu finden sind.

Gegraben wird in der Tropfsteinhöhle, der Rötellucke und der Neuen Höhle bei Flatz. Die Arbeiten werden in den nächsten Tagen abgeschlossen sein. Die Funde werden danach am Institut für Paläontologie präpariert und bestimmt und dann im Städtischen Museum Neunkirchen aufbewahrt. Im Oktober ist dazu eine Sonderausstellung „Flatzer Höhlen-Welten“ zu sehen (Eröffnung am 1. Oktober im Rahmen der „Langen Nacht der Kultur im Schwarzatal.“)

Infos:

  • In der Flatzer Wand bei Flatz (Ternitz) gibt es zahlreiche Höhlen, die den Menschen schon seit längerer Zeit bekannt sind. Einige davon wurden zwischen 1904 und 1906 von den Neunkirchner „Naturfreunden“ erschlossen, woran auch der damalige Kustos des Neunkirchner Museums, Heinrich Mose, maßgeblich beteiligt war. So wurde vor allem das „Lange Loch“ (Tropfsteinhöhle) vollständig ausgeräumtund als Schauhöhle zugänglich gemacht, aber auch in der „Neuen Höhle“ und der „Rötellucke“ wurden Grabungen durchgeführt. Dabei kamen in den Höhlen sowohl Fossilfunde (Höhlenbär, Höhlenlöwe, etc.) als auch archäologische Funde zutage. Die interessantesten Stücke wurden, auf Schautafeln montiert, von den Neunkirchner „Naturfreunden“ im „Langen Loch“ ausgestellt, später in einer Hütte nahe dem Eingang.
  • Die restlichen Funde (insgesamt fast vier Kisten) kamen nach 1911 in das neu gegründete Neunkirchner Museum. Die Hütte wurde allerdings 1919 aufgebrochen und sämtliche Funde wurden gestohlen, bis auf eben jene Stücke, die bis heute im Städtischen Museum Neunkirchen verwahrt werden.