Erstellt am 09. November 2015, 08:25

Frauenpower in der Landwirtschaft. Betriebsführende Frauen im landwirtschaftlichen Bereich sind längst keine Seltenheit mehr. Viele davon eigneten sich ihr Wissen und technisches Know-how im Rahmen einer profunden Ausbildung an Niederösterreichs Landwirtschaftlichen Fachschulen (LFS) an.

Landesrätin Mag. Barbara Schwarz mit Milchbäuerin und LFS-Absolventin Evelin Forthuber und Tochter Anika (neun Monate alt).  |  NOEN, Jürgen Mück
Frauen- und Bildungs-Landesrätin Barbara Schwarz freut sich über den vermehrten Zustrom junger Frauen an den LFS und ist überzeugt: „Was früher undenkbar war, ist heute kein ungewöhnliches Bild mehr: Junge Frauen entdecken ihre technischen Fähigkeiten und interessieren sich für die Führung eines landwirtschaftlichen Betriebes. In unserer heutigen Gesellschaft haben sich Frauen so weit emanzipiert, dass sie auch im Agrar-Bereich immer öfter die führende Rolle einnehmen.“
 
Von den insgesamt 3.368 SchülerInnen, die an niederösterreichischen LFS zu landwirtschaftlichen FacharbeiterInnen ausgebildet werden, sind aktuell 736 weiblich – also rund 22%. 221 junge Frauen haben im letzten Schuljahr die Ausbildung zur landwirtschaftlichen Facharbeiterin erfolgreich abgeschlossen. Viele der Absolventinnen führen heute erfolgreich landwirtschaftliche Betriebe.

„Mit viel Engagement und Herzblut zeigen die Betriebsführerinnen Unternehmergeist. Trotzdem möchte ich sie ermutigen, sich noch mehr in der Männerwelt zu behaupten und ihre Begabungen nicht durch Klischees und geschlechterspezifische Vorurteile einschränken zu lassen“, erklärt Schwarz.
 

Wertvolle Erfahrungen für das Leben

Eine der erfolgreichen Absolventinnen der Landwirtschaftlichen Fachschulen ist Evelin Forthuber aus Hochneukirchen. Sie schloss ihre Ausbildung zur Landwirtschaftlichen Facharbeiterin an der LFS Warth im Jahr 2005 ab und absolvierte anschließend die Meisterausbildung.

Seitdem hat Forthuber ihr berufliches Standbein mit tierfreundlicher Milchproduktion aufgebaut: „Meine Ausbildung an der Fachschule war in vielerlei Hinsicht eine sehr lehrreiche Zeit. Man lernt als Mädchen, sich in einer von Burschen dominierten Klasse zu behaupten. Das ist für das spätere Leben eine äußerst wertvolle Erfahrung.“
 
Die Landesrätin stattete der jungen Betriebsführerin einen Besuch ab und war von der Professionalität, mit der Evelin Forthuber den Betrieb führt und dabei Beruf und Familie unter einen Hut bringt, beeindruckt: „Bestimmte Rollenbilder, nach denen Frauen nichts mit Technik oder Landwirtschaft zu tun haben sollten, gehören nicht mehr in unsere heutige Zeit. Zahlreiche Vorzeigebeispiele beweisen, dass auch Frauen durchaus technisch und handwerklich begabt sind.“